Der Ostbayernring von Redwitz bis Schwandorf versorgt Oberfranken und die Oberpfalz mit Strom. Die in den siebziger Jahren gebaute Leitung soll erneuert werden. "An die heutigen Erfordernisse angepasst", wie Netzbetreiber Tennet, Bayreuth, erklärt.

Das bedeutet, von jetzt 220 und 380 Kilovolt wird auf künftig zweimal 380 Kilovolt aufgerüstet.

Strom soll 2025 fließen

Ein Mammutprojekt, das Zündstoff birgt und sich durch Bürgerprotest bereits verzögert hat. Vom ursprünglich geplanten Fertigstellungstermin im Jahr 2020 musste man sich schon lange verabschieden. Jetzt wird 2025 für die Gesamtinbetriebnahme ins Auge gefasst.

Derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren, und Tennet geht davon aus, dass man 2021 das Placet der Regierung von Oberfranken bekommt. Dann hätte der Netzbetreiber Baurecht für die Stromautobahn.

Der sogenannte Ersatzneubau orientiert sich an der bisherigen 180 Kilometer langen Trasse, die auch den Landkreis Kulmbach durchschneidet: von Schimmendorf (Gemeinde Mainleus) im Westen bis Neuensorg (Marktleugast) im Osten. Tangiert sind von der Stromleitung ferner: Lösau, Grafendobrach, Lehenthal, Stadtsteinach, Maierhof, Tannenwirtshaus, Traindorf und Neuensorg.

Neuensorg will Erdkabel

Rund um Neuensorg kämpfen die Anlieger um eine Erdverkabelung. Die Stromleitung verläuft nach ihrer Ansicht zu nahe an den Häusern. Eine Entscheidung der Bundesregierung lässt noch auf sich warten. Laut Bürgermeister Franz Uome (CSU) aus Marktleugast gibt es derzeit nichts Neues. Er halte ständig Kontakt zur Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner (CSU), nach deren Angaben Verhandlungen auf höchster Ebene laufen. Uome: "Sie meint, dass es gut für uns ausgeht."

Aber für Schimmendorf und Lösau zeichnen sich Änderungen ab, die jetzt im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens bei der Regierung beantragt werden. Bei Schimmendorf, so heißt es in einer Mitteilung von Tennet, soll der Abstand zur Wohnbebauung vergrößert werden. Die Stromautobahn macht einen größeren Bogen ums Dorf, und die Leitung mit 45 bis 65 Meter hohen Masten - höher als die bestehenden - rückt weiter von den Häusern weg.

Keine Waldschneise

In Lösau bleibt die Leitungsführung nach Angaben des Netzbetreibers nahezu identisch zu den beantragten Maststandorten. Bisher habe man in der Nähe der Holzmühle eine Waldschneise geplant, die nun in eine Waldüberspannung geändert wird. Das bedeute zwar rund 18 Meter höhere Masten, doch dafür werde der als Sturmschutzwald deklarierte Bereich geschont. Die Planänderung, so der Netzbetreiber, stelle eine Kompromisslösung zwischen den verschiedenen Interessen dar: hier das Amt für Landwirtschaft und Forsten, das die Belange des Waldes vertritt - dort die Einwohner von Lösau, die den Schutz des Wohnumfelds reklamieren.

Die Regierung von Oberfranken werde auf Grundlage des Änderungsumfangs jeweils entscheiden, in welcher Form ein erneutes Anhörungsverfahren stattfinden wird. Sicher ist laut Tennet, dass alle Grundstückseigentümer, die neu oder in anderer Weise betroffen sind, nochmals die Möglichkeit bekommen, sich zu äußern.