Harmonisch und weitgehend unaufgeregt verlief die Bürgerversammlung in Kleukheim. Bürgermeister Storath ging dabei auf erfolgreich umgesetzte sowie anstehende Maßnahmen ein, darunter einige den Kehlbachgrund betreffende.
Derzeit laufen, so der Rathauschef vor knapp 40 interessierten Bürgern im Sportheim, die ersten Planungen für die Neugestaltung des Ortsausgangs in Kleukheim Richtung Scheßlitz. Bisher gibt es am äußersten Ortsrand nahe des Ortsschilds nur ein kleines Stück Gehweg. Nun soll von der dortigen Kurve bis zum Spielplatz der Gehweg verlängert werden. Am Sportplatz sehen die Planungen außerdem eine Querungshilfe vor. "Auch eine kleine Dorferneuerung werden wir hier bekommen", so ein zuversichtlicher Bürgermeister. Ob die Maßnahme noch in diesem Jahr realisiert werden kann, hänge auch vom Erwerb eines Anwesens durch die Marktgemeinde ab.
Storath sprach außerdem die ebenso geplante Flurbereinigung in Oberküps an. Diese beinhaltet beispielsweise die Erneuerung des "Kirchwegs" zwischen Unterküps und Oberküps. Eine weitere Maßnahme, die vor allem die anwesenden Bürger aus Unterküps interessiert haben dürfte, ist die vorgesehene Sanierung der in recht schlechtem Zustand befindlichen Bachmauer in ihrem Ort.
Der Bürgermeister ließ auch die Finanzen nicht außen vor, begründete die Erhöhung der Hebesätze für Grundsteuer und Gewerbesteuer mit Auflagen des Landratsamtes. Bei einem Einfamilienhaus mache die Erhöhung der Grundsteuer rund 20 Euro jährlich aus, bei einem Zweifamilienhaus rund 30 Euro und bei einem landwirtschaftlichen Betrieb rund 25 Euro, so Storath. "Klar ist das mehr Geld", verdeutlichte er, wies aber auch darauf hin, dass die Gemeinde - Stichwort Feuerschutz oder gemeindlicher monatlicher Zuschuss zu den Kindertagesstätten - auch etwas zurückgebe.
Als "Erfolgsgeschichte" wertete Storath den ausgesprochen gut angenommenen Waldkindergarten bei Prächting.
Nicht so detailliert wie in Ebensfeld ging der Bürgermeister auf die Geschehnisse um das Bezirksklinikum Obermain ein, machte seinen Standpunkt aber erneut klar. Im Falle einer Verlagerung von Bereichen in andere Orte könne er nicht nachvollziehen, wenn dies als "Stärkung des Standortes Kutzenberg" verkauft werden. "Ganz blöd sind wir net", fand er drastische Worte. Vom Bezirkstagspräsidenten sei er "sehr enttäuscht". Auch wenn er selbst hier nicht zu entscheiden habe, werde er als Ebensfelder Bürgermeister alles in seinen Kräften Stehende tun, um das Beste für das Bezirksklinikum herauszuholen.
Dieses Thema griff auch der Kleukheimer Erwin Müller in der anschließenden Diskussionsrunde auf. "Warum kann man hier nicht mit Lichtenfels zusammenarbeiten?", meinte er. Hierzu entgegnete der Bürgermeister, dass sich auch Landrat Meißner dafür einsetzt, dass mit Regiomed (das Lichtenfelser Helmut-G.-Walther-Klinikum gehört zum Verbund der Regiomed-Kliniken, Anm. d. Red.) gesprochen wird.
Müller, der sich gerne auf den Sattel schwingt, appellierte außerdem an die Gemeinde, "weiter dranzubleiben und Druck auf die Stadt Scheßlitz auszuüben", damit der angestrebte Radweg nach Scheßlitz doch irgendwann realisiert wird.
Zur Frage eines Bürgers, warum die Kleukheimer Wehr keinen Mannschaftswagen bekomme, verwies der Bürgermeister auf den zusammen mit den Kommandanten aller Wehren vereinbarten und beschlossenen einvernehmlichen Feuerwehrbedarfsplan. "Es waren alle einverstanden. Wenn wir jetzt das Ganze nach einem Jahr wieder ändern, machen wir uns unglaubwürdig", betonte Storath bei allem Verständnis.


Abwarten bei Kelbachtrasse

Kaum Neues vermelden konnte Bürgermeister Storath in Sachen Kelbachtrasse. Verschweigen konnte er das Thema freilich nicht, erläuterte in Kleukheim noch einmal kurz und prägnant vor allem den Ist-Zustand und mögliche Szenarien. Die jüngste Entwicklung dieser "unendlichen Geschichte" lässt sich folgendermaßen kurz zusammenfassen: Nachdem das Verwaltungsgericht die Klage des Bundes Naturschutz gegen den Planfeststellungsbeschluss bezüglich des Neubaus der Staatsstraße 2187 zwischen Ebensfeld und Prächting abgelehnt hatte, wies das Gericht jüngst auch eine in Verbindung mit dem seitens des Staatlichen Bauamtes geplanten Vorhaben stehende Klage des Marktes Ebensfeld ab. Die Kommune wollte es nicht auf sich sitzen lassen, dass ein in ihrem Eigentum befindliches Grundstück als Ausgleichsfläche für das Projekt herangezogen werden soll und begründet dies damit, dass der Markt Ebensfeld mithilfe dieses Areals künftig die dortige Kurvenkombination entschärfen will.
Doch was heißt "wollte" - das letzte Wort ist trotz der Ablehnung der Klage der Gemeinde noch nicht gesprochen. "Es ist noch lange nichts gebaut", betonte der Bürgermeister und erklärte, wie es weitergeht: Nun müsse man die Urteilsbegründung abwarten. Nach deren Eingang wird die Marktgemeinde über das weitere Vorgehen befinden, sprich ob man einen Antrag auf Zulassung zur Berufung gegen das Urteil stellt oder das Ganze "gehen lässt".
Auch eine gütliche außergerichtliche Einigung mit dem Freistaat Bayern sei weiterhin eine Option, schloss Storath seine Ausführungen zu diesem Thema.