Vor 50 Jahren hat es sich ein Verein zum Ziel gesetzt, den kleinen Ort Witzmannsberg zu verschönern. Dies ist dem Ortsverschönerungsverein auch sehr gut gelungen. Dies sei aber ein ewiges, niemals fertiges Vorhaben, wie Vorsitzender Leonhard Obermayer beim Festkommers unter der Schirmherrschaft von Landrat Michael Busch im Festzelt betonte.
Der Vorsitzende blickte auf das Gründungsjahr des Vereins zurück. Nachdem die Wasserleitung und der Kanal in Hand- und Spanndiensten gebaut worden waren und die Straßen in Witzmannsberg befestigt waren, wollte man das Ortsbild einladender machen. So wurde nach dem Sonntagsgottesdienst beim Frühschoppen am 28. April im Jahre 1968 spontan den Verein gegründet. Bewusst wurde der Name Ortsverschönerungsverein gewählt. Elf Mitglieder füllten an diesem denkwürdigen Sonntag die Anmeldung aus.
Bereits im ersten Jahr wurden dem Verein 700 Mark gespendet, der Verein wiederum stiftete drei Bänke. Heute sind 15 Sitzbänke an den schönsten Orten in und um Witzmannsberg aufgestellt. Ein Teil davon wurde auch von der Gemeinde gespendet. Aber der Verein kümmert sich um die Pflege aller Bänke.
Im Laufe der der Jahre wurden viele Bäume und Sträucher gepflanzt, die Standorte wurden bei mehreren Ortsbegehungen festgelegt. In der Badstraße gibt es mittlerweile ein Rosenbeet und am Brunnen ein Hortensienbeet. Weiterhin zählen zu den selbst gewählten Aufgaben des Vereins die jährlichen Anpflanzungen am Brunnen und am Kriegerdenkmal sowie an den Begrüßungsschildern an den Ortseingängen. Hier wünscht sich der Vorsitzende eine bessere Absprache mit der Gemeinde.
An Ostern wird das Brunnenhaus aus dem Jahre 1843 geschmückt . Zu Weihnachten gibt es einen Christbaum, den der Verein selbstständig organisiert, aufstellt und schmückt.
Der Mitgliedsbeitrag betrug 12 Mark. Bis zum Jahr 2005 trug das Dorfbrunnenfest zum Vereinsvermögen einen großen Teil bei, so dass unter anderem die Minigolfanlage im Freizeitzentrum möglich wurde. Auch der frühere Spielplatz neben dem ursprünglichen Friedhof und die Begrüßungsschilder an den Ortseingängen wurden aus der Vereinskasse finanziert.
Leonhard Obermayer erwähnte auch den Dorfbackofen, den der Verein regelmäßig nutzt. Zusammen mit einem großen Team werden von den Helfern regelmäßig Brote, Kuchen und Pizzen gebacken.
Erfreut ist Obermayer darüber, dass der Verein viele junge Mitglieder hat. Seit seiner Gründung wurde der Verein von sechs Vorsitzenden geführt.
"Unsere Gärten sind grüne Oasen und Refugien für die stressgeplagten Bewohner des 21. Jahrhunderts", sagte Landrat Michael Busch in seiner Festrede. Alle Obst- und Gartenbauverein, in deren Namen der Landrat Glückwünsche überbrachte, seien für die Städte und Gemeinden sehr wichtig. Sie verfolgten die gleichermaßen wichtigen Ziele der Ortsverschönerung und des Obst- und Gartenbaus, auch zur Selbstversorgung.
Bürgermeister Martin Finzel ging auf die Gründung des Vereins ein und blickte zurück. Er dankte dafür, dass der Verein die Gemeinde unterstützt. Für die Zukunft sei der Ortsverschönerungsverein gut aufgestellt. Die Gemeinde brauche weiterhin die Hilfe des Vereins, gerade für die Entwicklung des neuen Freizeitzentrums. Finzel überreichte einen Gutschein für 1000 Blumenzwiebeln. Das Gemeindeoberhaupt wünscht sich Narzissen. Beim Einbringen wolle er selbst helfen, sagte der Bürgermeister. Auch die Wasserwacht könne mitmachen. Ein Standort hierfür soll noch gesucht werden.
Langjährige Vereinsmitglieder wurden beim Festkommers besonders geehrt. Dabei hatte der Vorsitzende Leonhardt Obermayer für jeden Jubilar eine Laudatio parat. Für 25 Jahre Mitgliedschaft wurde Rolf Buchenau geehrt, für 30 Jahre Franz Schlechta. Die Ehrung von Adalbert Buchenau wird nachgeholt. Für 50 Jahre Mitgliedschaft Gründungsmitglied Georg Funk die Ehrung des Landesverbandes, die stellvertretend Sohn Matthias Funk in Empfang nahm. Es war die erste Ehrung dieser Art im Ortsverschönerungsverein.
Zu Ehrenmitgliedern wurden Roland Späth, Hildegart Engelhardt und Ingrid Schafhauser ernannt. Nach dem offiziellen Teil spielte die Band "Lucky-Musik" zum Tanz auf. Michael Stelzner