Interessierte Neubürger erhielten bei ihrem Stammtisch einen Einblick in das Stadtmarketing und die Wirtschaftsförderung der Innenstadt von Bad Kissingen.
Mehr als 50 Neubürger kamen in der Regionalvinothek KissVino zusammen, um sich kennenzulernen und den Ausführungen von Klaus Bollwein zu folgen. Der Geschäftsführer des Stadtmarketing Pro Bad Kissingen e.V., stellte sich und seine Arbeit den zugezogenen Bürgern der Stadt vor. Eingeladen war er von Dr. Elisabeth Müller und Anita Schmitt, den Initiatoren des monatlich stattfindenden Neubürgerstammtisches.
Das Stadtmarketing Pro Bad Kissingen e.V. wurde vor fast vierzig Jahren als klassische Werbegemeinschaft gegründet, sagte Bollwein. Ziel war es, die Geschäfte und gastronomischen Betriebe in Bad Kissingen bekannter zu machen und die Gemeinschaft unter den Gewerbetreibenden zu stärken. Dies geschah mit verschiedenen Maßnahmen und Veranstaltungen, wie zum Beispiel dem Frühjahrs- und Sommermarkt an einem Samstag oder dem Mantelsonntag, sagte Bollwein. Die gegenseitige Unterstützung geschah auf vielfältige Weise. Bollwein nannte zum Beispiel den "Ladendiebblitzrundruf", der von "Opa" Walter Güldner ins Leben gerufen wurde. War ein Dieb in der Stadt und wurde dieser im ersten Geschäft nicht erwischt, dann wurden durch den Rundruf alle Geschäfte informiert und oft kam es zur erfolgreichen Festnahme des Diebes, sagte Bollwein.
Anfangs war die Werbegemeinschaft ein rein ehrenamtlicher Zusammenschluss. Seit November 2017 ist sie in das Stadtmarketing Pro Bad Kissingen e.V. übergegangen, ein Verein mit einem hauptamtlichen Geschäftsführer, zwei kaufmännischen Angestellten in Teilzeit und einer weiterhin ehrenamtlichen Vorstandschaft, fünf bis sieben Beisitzern und dem Oberbürgermeister als Vertreter der Stadt. Ziel des Zusammenschlusses von Gewerbetreibenden ist nach wie vor die Wirtschaftskraft der einzelnen Mitglieder zu stärken, sowie die Interessen und Aktivitäten in der Stadt zu bündeln. Neben der Geschäftsführung des Stadtmarketings gehört zu Bollweins Aufgaben die Wirtschaftsförderung in der Innenstadt. Leerstände gibt es in Bad Kissingen nur noch wenige, das war vor einigen Jahren viel schlimmer, sagte Bollwein. Auch in Bad Kissingen befinden sich freie Ladenflächen oder Geschäfte, die schließen wie das Modehaus Grom oder Benetton, er sei aber zuversichtlich, dass die Lücken schnell gefüllt werden könnten.
Im Austausch mit Stadtmarketingmanagern anderer Städte sieht es in Bad Kissingen noch gut aus, sagte Bollwein. Am Herzen liegen Bollwein die Veranstaltungen, die Gäste in die Stadt locken. So organisiert der Verein die Stadt-Märkte zu den verkaufsoffenen Sonntagen, gemeinschaftliche Events, Märkte mit unterschiedlichen Themen und sonstige Aktivitäten. Im Frühjahr findet der Blumenmarkt statt. Im Mai ist der Fränkische Markt mit einer langen Einkaufsnacht die Attraktion. Es folgt der Sommermarkt, der im nächsten Jahr zusammengelegt wird mit den Gesundheitstagen. Im November ist der Herbstmarkt mit dem Jahrmarkt vor dem neuen Rathaus schon Tradition. Zudem gibt es einen Kinderstadtmarkt rund um den Weltkindertag, der von Bollwein ins Leben gerufen wurde.
Neu in diesem Jahr war das Streetfood-Festival im August. Hierfür gibt es Überlegungen, dieses im nächsten Jahr wieder stattfinden zu lassen.
Russischer Chor tritt auf
Auch der alljährliche Weihnachtstreff unter dem Namen "Bad Kissinger Lichterglanz" gehört zu den Aktivitäten des Vereins. Der Weihnachtsmarkt ist natürlich nicht mit den Weihnachtsmärkten in Nürnberg, München oder Dresden vergleichbar, hierfür fehlen auch die Besucherströme, sagte Bollwein. Als Treffpunkt mit Freunden in der Vorweihnachtszeit werde er aber gut angenommen. Ein musisches und künstlerisches Programm und ein wechselndes Angebot in den Weihnachtsbuden machen den Weihnachtstreff zusätzlich interessant. Neu in diesem Jahr werden ein russischer Chor sein, eine Harfenistin oder ein Stelzentheater. Auch die Gutscheine der Werbegemeinschaft wurden erläutert. Permanent sei ein Wert von mehr als 100 000 Euro im Umlauf. Mit den Gutscheinen wurde eine eigene regionale Währung geschaffen, um das Geld in Bad Kissingen zu halten. Auch der Gästepass und die Neubürgergutscheine zählen zu der Erfolgsgeschichte der Gutscheine, sagte Bollwein.
Kurz wurde auch das Modellprojekt digitale Stadt Bayern angesprochen und Bollwein bot an, die am 2. Dezember der Öffentlichkeit zugänglichen Angebote unter www.badkissingen-erleben.de den Neubürgern im nächsten Jahr vorzustellen.