Forstrevierleiterin Rita Satzger stellte dem Marktrat den Bewirtschaftungsplan für dieses Jahr - sprich: kommenden Herbst - vor. Fünf Areale sollen durchforstet werden. Die Allgäuerin leitet seit einem Jahr das Forstrevier Streitberg.
Einschließlich Rechtlerwald hat die Marktgemeinde Wiesenttal rund 100 Hektar Waldbesitz. Er liegt verstreut im großen Gemeindegebiet, häufig grenzt er an Straßen oder befindet sich am Steilhang. Es handelt sich um Mischwälder, in denen Fichte und Kiefer dominieren. Häufigstes Laubgehölz ist die Buche, gefolgt von Eiche und verschiedenen Ahornarten. Es kommen aber auch so seltene Baumarten vor wie Elsbeere und Speierling. Bedingt durch die Lage und auch die Baumarten wirkten sich die trocknen Sommer der letzten Jahre ungünstig aus.
Lagebedingt spielt bei der Durchforstung die Verkehrssicherungspflicht eine große Rolle. Jährliche Kontrollen sind vor allem entlang von Straßen und viel begangenen Wanderwegen nötig. So nördlich von Draisendorf an der Straße nach Aufseß. Unsachgemäß zurückgeschnittene Fichten an einem Steilhang sind von der Rotfäule befallen. Sie müssen gefällt werden.
Zu dichter Bestand östlich von Wüstenstein muss durchforstet werden. Die Pflege wertvoller alter Eichen ist in der Nähe des Waldkindergartens Streitberg der Grund, weshalb ein Sturmwurf aufgearbeitet werden muss.
Hohen Arbeitsaufwand erfordert der Gemeindewald östlich von Muggendorf zwischen Dooser Berg und Oswaldhöhle. Zum einen muss ein Jungbestand in der Spitzkehre der Straße gelichtet werden, zum anderen muss vom Mehlbeerensteig aus der alte Bestand gepflegt werden.
Auf diesem trockenen Hang schwächeln die Lärchen. Das schwer zugängliche Gelände mit losem Felsgestein macht die Hiebarbeiten schwierig und damit teuer.
Der Gewinn wandert in den Rückewegbau in der Gemarkung Engelhardsberg beim Adlerstein. Die Gemeinde baut mit Zuschüssen den Weg ins schwer zugängliche Gelände, in dem auch privater Waldbesitz liegt.
Fast fertig ist die Ringleitung zwischen Voigendorf und Albertshof. Sie verbindet das Leitungsnetz der Aufseßgruppe mit dem Wiesenttals. Damit soll die Versorgungssicherheit der nördlichen Ortsteile von Wiesenttal und des Aufseßer Raums gestärkt werden. Die rund zweieinhalb Kilometer lange Leitung kostet eine Million Euro. Als Projekt der interkommunalen Zusammenarbeit werden sie hoch bezuschusst, die Kommunen zahlen je 250 000 Euro.
Der Graben für die Trinkwasserleitung und zwei Leerrohre für Kabel verläuft weitgehend in felsigem Untergrund teilweise in bis zu drei Metern Tiefe. Deshalb musste der Graben gefräst werden. Diese Vorstellung erschreckte bei Baubeginn einige Ratsmitglieder.
Bürgermeister Helmut Taut (FWW) hat schon das nächste Projekt im Auge: eine Verbindungsleitung durch das Lange Tal östlich von Streitberg, über die der Hochbehälter oberhalb direkt von den Brunnen aus befüllt werden kann. Eine weitere Leitung soll Oberfellendorf besser ans Netz auf der Hochfläche anbinden.


Zukunftsweisend

Taut ist überzeugt davon, dass solche Ringschlüsse in der Zukunft Extremsituationen in der Wasserversorgung vorbeugen. Als Beispiel nannte er den Förderengpass der Leithenberggruppe südlich von Forchheim, die vergangenen Sommer die Fördermengen drosseln und Trinkwassernutzungsverbote aussprechen musste.
In den nächsten Tagen schließen die Bayernwerke den Hauptschacht bei Voigendorf ans Stromnetz an, informierte der Planer der Ringleitung, Alexander Dürrschmidt, den Rat. In einigen Wochen wird die Leitung gespült, danach kann der normale Betrieb aufgenommen werden.