Nordhalben — Energieeffizienter, damit sparsamer und gleichzeitig auch noch heller soll es auf Nordhalbens Straßen werden. Das hatte der Gemeinderat schon im Januar beschlossen. Nachdem bereits im Ortsteil Grund eine aufgrund veränderter EU-Vorschriften notwendige Umrüstung der Straßenlampen auf eine quecksilberfreie LED-Technik erforderlich ist, soll auch der restliche Ort entsprechend auf neuen technischen Licht-Stand gebracht werden.
Geht es im ersten Bauabschnitt in Grund, der vertraglich vom Bayernwerk betrieben wird, noch um die überschaubare Summe von rund 14 000 Euro, so fallen für die zweite große Maßnahme rund 120 000 Euro an. Finanziert werden beide Projekte über KfW-Darlehen, die für energetische Stadtsanierungen vorgesehen waren, mittlerweile jedoch ausgelaufen sind.
Neben zunächst zwei tilgungsfreien Jahren bei einer Laufzeit von zehn Jahren ist dafür eine äußerst günstige Verzinsung von unter 0,2 Prozent vorgesehen. Damit kann auch eine kassenschwache Kommune wie Nordhalben ein derartiges zukunftsorientiertes Vorhaben in Angriff nehmen. Die Kommune hofft auch in Zeiten der Haushaltskonsolidierung auf eine rechtsaufsichtliche Genehmigung. Denn die Investition zahlt sich aus - und das schon in relativ kurzer Zeit.
Bei der Ortsbeleuchtung wurden im Jahr 2013 rund 93 000 Kilowattstunden Strom mit einem Wert von 14 000 Euro verbraucht. Nach den eingeholten Kostenvoranschlägen und den dafür angestellten Berechnungen hätten sich bereits nach etwa sieben Jahren die Investitionen amortisiert. Dazu müssten die Stromkosten um ein Drittel reduziert werden.
Wie das geht, hat Licht-Fachmann Karl-Heinrich Wolf aus Leonberg berechnet, der seiner früheren Heimatgemeinde ehrenamtlich zur Seite steht. Der Diplom-Ingenieur ist ein ausgewiesener Spezialist und hat den Nordhalbenern bereits zu einer eindrucksvollen Illuminiation des "Gläsernen Heizhauses" verholfen. Für das Orts-Beleuchtungskonzept hat er nicht nur die fachlichen Berechnungen durchgeführt, sondern auch energiesparende Vorschläge eingebracht. Die Ausschreibung für die auszutauschenden Lampenköpfe lief ebenso über seinen Tisch.
Bevor der Gemeinderat nun allerdings darüber entscheidet, können sich alle Bürger und sonstigen Interessenten selbst ein Bild machen, wie die neue Straßenbeleuchtung aussehen soll. Derzeit sind in der Kronacher Straße zwischen den Anwesen 27 und 39 drei neue LED-Leuchten von verschiedenen Anbietern installiert, die auch einen Vergleich mit den bisher verwendeten Leuchtröhren-Typen ermöglichen.
Bürgermeister Michael Pöhnlein, der gerade bei solchen Großprojekten auf die Beteiligung der Bürgerschaft setzt, hofft auf viele abendliche Spaziergänger an der "Teststrecke" und entsprechendes "Feedback" im Rathaus. nn