Über das Projekt "Marktplatz der biologischen Vielfalt" konnten in Nordhalben trotz Corona-Pandemie einige Vorhaben angestoßen werden. Der Marktgemeinderat steht fest hinter den Maßnahmen und beschloss auch eine Biodiversitäts-Strategie. Daraufhin begann man in Zusammenarbeit mit dem Landesbund für Vogelschutz ein Wiesenbrüter-Projekt. Man konnte sich durch die Stiftung "Bayerisches Naturerbe" naturschutzfachliche Flächen sichern.

Eine Wildacker-Blühwiese wurde bereits mit heimischen Samen angelegt, weitere werden folgen. Nordhalben wurde in das Projekt "Bärwurzwiesen und Feuchtflächen" der Ökologischen Bildungsstätte Mitwitz aufgenommen. Nach dem Rückbau eines Gebäudes durch die Förderoffensive Nordostbayern in der Bahnhofstraße gestaltete man die dortige Grünfläche als Blühwiese mit Obstbäumen (wir berichteten). In Planung befindet sich die Grünflächengestaltung auf der Rückbaufläche Kronacher Straße 26, direkt an der Hauptverkehrsstraße.

Mit der Aufstellung von "Biodiversitäts-Infoschildern" macht man an verschiedenen Stellen im Orts- und Außenbereich auf den Marktplatz der Biologischen Vielfalt sowohl Einheimische aber auch Gäste aufmerksam. Um bereits die Kleinsten auf die Umweltproblematik aufmerksam zu machen, verteilte der Organisator Michael Büttner an die Kinder der Grundschule das "Möhrchenheft". Auch führte man mit den Kindern einen Nistkastentag durch. Für die gemeindlichen Flächen und Gebäude wurden Nisthilfen angeschafft.

Weiter berichtete Michael Büttner, dass die Obstbaumallee am Regberg erweitert werden konnte. Dort begann man auch mit der Fichtenentnahme auf freier Fläche. Erste Pflegemaßnahmen wurden auf der "Musterwaldfläche" Winterleite durchgeführt. Darüber hinaus konnte man zwei biologisch wertvolle Gemeindeflächen wieder herstellen. Fortgeführt wurde das Objekt "essbare Landschaft" durch die Pflanzung von Obstbäumen und Sträuchern auf kleinen, innerörtlichen Flächen. In der Ortsmitte sollen an der Hauptstraße noch vier Bäume gepflanzt werden.

Auch im Ortsteil Heinersberg war man tätig. Dort haben Anwohner der "alten Schule" mit der Neugestaltung des Gartens begonnen. Im Gange sind Überlegungen, wie man einen Biotopteich schaffen kann. Angeboten wurden - trotz Coronaeinschränkungen - geführte Wanderungen durch die Naturpark- Ranger am Wiesenpanoramaweg. Auf Privatflächen wurde nach Abstimmung mit den Eigentümern 45 Obstbäume über ein Programm des Landschaftspflegeverbandes gepflanzt. Bei all den erfreulichen Maßnahmen bedauerte Michael Büttner, dass in den Bereichen "Gewässer" und "Vermarktung" noch keine Fortschritte erzielt wurden. "Hier wird wohl ein sehr langer Atem benötigt, um sichtbare Fortschritte erzielen zu können", sagte er. miw