Der Arbeitskreis "Wir.Für.Uns" in der Hofheimer Gemeindeallianz organisiert einen Protestmarsch gegen den Bau der sogenannten "P44". Der Marsch soll stattfinden am Sonntag, 9. September, ab 11 Uhr. Treffpunkt ist am Rathaus in Ermershausen.

Das Kürzel bezeichnet die Stromtrasse, die Strom, der im Norden der Republik erzeugt wird, in den Süden bringen soll. Der Trassenverlauf, für den es noch mehrere Varianten gibt, würde im Bereich des Landkreises Haßberge nahe dem Verlauf der Bundesstraße 303 die Gemeinden Maroldsweisach, Pfarrweisach und Hofheim berühren. Bei dem Protestmarsch sind daher laut Mitteilung der Veranstalter Informationsstationen zu dem möglichen Stromtrassenbau geplant in der Marktgemeinde Maroldsweisach, in Voccawind (wo es eine Stärkung für die Wanderer geben soll) und in Pfaffendorf (wo es Kaffee und Kuchen gibt).

Die Bundesnetzagentur betreibt das Vorhaben, das bei den Betroffenen im Landkreis Haßberge den Namen "Monsterstromtrasse" erhalten hat. Der Verein "Hofheimer Land" sammelte Unterschriften gegen die geplante 380-kv-Leitung, um zusammen mit einer Resolution der betroffenen Gemeinden beim Bundeswirtschaftsministerium in Berlin die Ablehnung der Bevölkerung gegen das Vorhaben demonstrieren zu können.

Die Menschen befürchten, dass für die neue Trasse Schneisen quer durch die Landschaft geschlagen werden und schützenswerte, unberührte Kultur- und Erholungslandschaften zerstört werden. Ob bei einer Überlandleitung (Mastenhöhe 60 bis 70 Meter) oder bei einer Erdverkabelung: Es entsteht eine hunderte Kilometer lange und gut 100 Meter breite Schneise durch den Wald.

Der Netzbetreiber Tennet will die Stromtrasse bauen und hat dieses Vorhaben bei der Bundesnetzagentur angemeldet. Tennet hat schon vor langer Zeit darauf verwiesen, dass aus wirtschaftlicher Sicht die Trasse P 44 am geeignetsten wäre. Bis zum Winter wird ein neuer Netzentwicklungsplan aufgestellt.

Die P44-Trasse würde vom Übergabepunkt der bestehenden Höchstspannungsleitung in Schalkau aus in direkter Linie nach Grafenrheinfeld führen - unter anderem durch den westlichen Landkreis Coburg, die Haßberge und den Landkreis Schweinfurt.

Bei einem Bürgergespräch im April in Burgpreppach hatten sich Landtagsabgeordneter Steffen Vogel und Haßberge-Landrat Wilhelm Schneider gemeinsam gegen die P44 ausgesprochen. Eine solche Leitung wird als unnötig angesehen, und Vogel und Schneider wissen dabei den Staat Bayern hinter sich. Die Entscheidung steht aus, denn die Bundesnetzagentur will das Vorhaben umsetzen. In der Sache muss der Bundestag entscheiden. Mittlerweile haben sich die verantwortlichen Gremien der meisten betroffenen Kommunen offiziell gegen das Vorhaben positioniert. kra