Nimmt man die Bürgerversammlung in der Turnhalle als Maßstab, so sind die Trebgaster Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Obrigkeit zufrieden. Zumindest, was den Hauptort betrifft. Lediglich im Ortsteil Feuln sollten Bürgermeister und Gemeinderat vielleicht etwas "nachjustieren", wenn sie sich an den Wortmeldungen orientieren.

So macht sich Anna Ströhlein-Lutz im Zusammenhang mit dem Feulner Bach Gedanken über den örtlichen Hochwasserschutz. "Wie sieht denn der Fahrplan für Feuln aus?", wollte sie hinsichtlich der Sanierung des maroden Bachbettes wissen. "Wir reden seit acht Jahren darüber, dass hier Handlungsbedarf besteht, aber es ist noch nicht viel passiert. Wie lange wollt ihr denn noch überlegen?", wandte sie sich an das Gremium.

Bürgermeister Herwig Neumann (CSU) verwies auf die Haushaltsberatungen: "Wir wissen, wie wichtig die Maßnahme ist. Für die Instandsetzung eines fünf Meter langen Teilstücks sind rund 34 000 Euro nötig. Wir müssen jetzt prüfen, was im Rahmen der vorhandenen Mittel in Angriff genommen werden kann." Einsturzgefährdet sei die Bachmauer noch nicht, versuchte er zu beschwichtigen.

Altbürgermeister Siegfried Küspert sorgt sich um die Verkehrssicherheit auf der abschüssigen Straße von Hegnabrunn kommend runter in den Ort. In Höhe des ehemaligen Kalkwerks wurde der Hang an der rechten Seite Ende 2020 aus verkehrstechnischen Gründen abgeholzt. "Dadurch ist der natürliche Schutz für die Verkehrsteilnehmer weggefallen. Wenn hier jemand von der Straße abkommt, fällt er 20 Meter tief runter", beurteilt Küspert vor allem im Winter die Situation und fragt sich, ob auf dieser Teilstrecke der Kreisstraße eine Leitplanke mehr Sicherheit bringen könnte.

Im Gemeinderat abgelehnt

"Wir hatten dafür bereits ein Angebot vorliegen", antwortete Bürgermeister Neumann. "Das Vorhaben wurde aber im Gemeinderat mit 12:1 abgelehnt."

Ausschlaggebend waren vor allem Einwände der Landwirte, dass dann mit ihren breiteren Maschinen bei Gegenverkehr keine Ausweichmöglichkeit mehr vorhanden sei. Gemeinderat Thomas Hahn ergänzte: "Die Straße lädt in diesem Bereich ja nicht zum Rasen ein, hier fährt man von Haus aus vorsichtig. Deshalb ist da eine Begrenzung nicht vordringlich notwendig."

Henri Schulz machte sich Gedanken um die neuen Bodenrichtwerte, die mit der neuen Grundsteuerreform deutlich steigen werden und mit Sicherheit über den Werten von 1964 liegen dürften, die bisher zugrundegelegt wurden. "Gibt es Überlegungen seitens des Gemeinderates, wie man den Richtwert festsetzen will, um eine höhere Belastung der Bürger zu verhindern?", wollte er wissen.

Bürgermeister Neumann verwies zunächst auf die Aussage aller Vertreter der kommunalen Spitzenverbände, wonach die Neugestaltung der Grundsteuer für die Gemeinde einkommensneutral erfolgen soll. "Es gibt nur zwei Steuerarten, die eine Gemeinde erheben kann: die Hunde- und die Grundsteuer. Letztere haben wir im Januar 2021 nach 20 Jahren erstmals wieder moderat auf 320 Punkte angehoben. Damit liegen wir immer noch unter dem Landkreisdurchschnitt, der bei der Grundsteuer A 361, bei der Grundsteuer B 347 und bei der Gewerbesteuer 329 Punkte beträgt." Man werde das Ergebnis der Reform mit aller Vorsicht betrachten und dann gegebenenfalls reagieren. Neumann verwies auf die Gemeinde-Homepage, auf der weitere Hinweise zu diesem Thema bereitgestellt sind.

Fritz Kolb hält es für erforderlich, an der Bergstraße am Ortseingang in Höhe der Brauerei die Geschwindigkeiten zu messen. "Wie da gefahren wird, ist nicht normal. Da wird mit 60 bis 80 Studenkilometer reingeprescht. Und jetzt kommen auch wieder die Motorradfahrer. Muss erst was passieren, bevor man auf die Situation aufmerksam wird?" Neumann sicherte zu, bei nächster Gelegenheit das mobile Messgerät der Verwaltungsgemeinschaft aufstellen zu lassen.

14 Ukraine-Flüchtlinge

Vorher berichtete der Bürgermeister vom Tagesgeschäft. Zum 31. Dezember 2021 waren in der Gemeinde 1675 Personen gemeldet, davon 1587 mit Haupt-, und 88 mit Nebenwohnsitz. Die Zu- und Wegzüge hielten sich in den vergangenen beiden Jahren mit jeweils 154 genau die Waage. Das Standesamt verzeichnete im gleichen Zeitraum 28 Geburten, 27 Sterbefälle und 16 Eheschließungen. Inklusive von aktuell 14 Flüchtlingen aus der Ukraine, die hauptsächlich privat untergebracht werden konnten, leben derzeit 33 Personen mit anderer Staatsbürgerschaft im Gemeindebereich. 23 Gewerbeanmeldungen standen 20 Abmeldungen gegenüber. Mit dem Umbau der Grundschule und einem Hortanbau hat die Gemeinde im Herbst 2021 zwei große Projekte abgeschlossen, die den Gesamthaushalt 2020 mit 5,7 Millionen Euro und 2021 mit 6,6 Millionen Euro merklich beeinflussten.

Entsprechend entwickelte sich die Verschuldung von 759 000 Euro in 2019 auf 1,155 Millionen Euro in 2020.

Immense Steigerungen

Abgeschlossen werden konnte außerdem die Sanierung der Brücke am Weiherweg, des Fußgängerstegs beim Siedlergelände und die Errichtung eines Kunst- und Seeweges. "Diese Projekte konnten mit Hilfe von Städtebaufördermitteln realisiert werden", war der Bürgermeister dankbar. "Trotzdem können wir die Hände nicht in den Schoß legen, denn der derzeitige Neubau des Kindergartens verlangt weiterhin unsere ganze Aufmerksamkeit und vor allem finanzielles Engagement. Vor zweieinhalb Jahren wurden dafür Investitionen von 2,2 Millionen Euro prognostiziert. Nach aktuellem Stand liegen wir jetzt bereits bei drei Millionen Euro." Grund dafür seien immense Steigerungen bei Material- und Baukosten. Die Fertigstellung ist für Frühjahr 2023 angedacht.