Diakoneo Neuendettelsau baut nach Neuenmarkt und Bad Berneck nunmehr auch am "Tischeräcker" in Wirsberg ein neues Wohngebäude für Menschen mit Behinderung und setzt damit den eingeschlagenen Kurs der Dezentralisierung fort. 24 Bewohner halten dort im nächsten Jahr Einzug. Nach dem Baubeginn im Mai erfolgte coronabedingt am Montagnachmittag in kleinem Kreis die Grundsteinlegung. Die Gesamtkosten von 5,5 Millionen Euro werden mit rund 2,5 Millionen Euro durch die bayerische Staatsregierung und rund 400 000 Euro durch den Bezirk Oberfranken gefördert. Auch die Aktion Mensch unterstützt den Bau.

Die Grundsteinlegung wurde musikalisch von den Heimbewohnern in Himmelkron umrahmt. Die Lesung sprach Pfarrerin Almut Weisensee, die bei Diakoneo in Himmelkron für den diakonisch-theologischen Dienst zuständig ist.

1450 Quadratmeter Wohnfläche

Wie der Vorstand Dienste für Menschen, Jürgen Zenker, feststellte, ermöglicht Diakoneo mit dem Neubau ein Stück mehr "gemeindeintegriertes" Wohnen für die künftigen Bewohner, die bisher in Gruppen der Stammeinrichtung in Himmelkron wohnen: "Im Neubau werden 1450 Quadratmeter Wohnfläche auf zwei Stockwerke verteilt. In jedem Stockwerk sind zwei Wohngruppen geplant, von denen jede mit einer Küche, einem Gemeinschaftswohnzimmer und Einzelzimmern ausgestattet sein wird. Sechs der Zimmer sind für Rollstuhlfahrer geeignet. In diesem neuen Wohngebäude finden Menschen mit einer geistigen Behinderung, aber auch zusätzlichen Behinderungen im körperlichen, psychischen, sozialen oder Sinnesbereich ein neues Zuhause." Zenker erklärte, dass durch die Verlagerung von Wohnplätzen aus den Kerneinrichtungen in andere Sozialräume ein besseres inklusives Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung gefördert werden könne.

Für Vorstandsvorsitzenden Mathias Hartmann ist es wichtig, dass Diakoneo Menschen mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben bietet und sie entsprechend ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten auch individuell fördert. Der Vorstandsvorsitzende: "Wir freuen uns, dass der Markt Wirsberg die Planung unseres Projektes sehr konstruktiv unterstützt hat. Der Neubau unseres ersten Wohngebäudes in Wirsberg ist für uns ein wichtiger Meilenstein."

Mit jeweils drei Hammerschlägen wurde der feierliche Akt der Grundsteinlegung vollzogen. Herbert Fecker verlas als Mitglied der Bewohnervertretung die Urkunde, die zusammen mit Tageszeitungen und Euro-Münzen von Vorstandsvorsitzendem Hartmann mit einer Kupferrolle in eine vorgefertigte Maueröffnung gegeben wurde. Die Hammerschläge nahmen danach Mathias Hartmann, Bürgermeister Jochen Trier, Architekt Hermann Beyer, Benny Hauck und die künftige Wohnbereichsleiterin Annette Schießl vor.

Die Gedenkplatte trägt die Worte aus dem Psalm 133,1: "Siehe, wie fein und lieblich ist's, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen!"

"Mehrwert für die Zukunft"

Landtagsabgeordneter Martin Schöffel sprach von einem wunderbaren Tag für die künftigen Bewohner des modernen Wohngebäudes und die Mitarbeiter von Diakoneo: "Wer ein Haus baut, der schafft Mehrwert für die Zukunft. Man kann nur erahnen, dass dieses Haus etwas ganz Schönes wird und eine neue Qualität bekommt."

Die nächsten Schritte zur Dezentralisierung des Stammhauses in Himmelkron sehen vor, dass zwei weitere Wohngebäude in Bayreuth gebaut werden. Zudem ist der Neubau einer Werkstatt und Förderstätte für Menschen mit Behinderung in Neuenmarkt bereits in Planung. Rei.