Die kurzfristig anberaumte Sondersitzung des Walsdorfer Gemeinderats hatte eine Galerie interessierter Zuhörer, darunter Pfarrer Ulrich Rauh, Mitglieder des Kirchenvorstandes, Elternbeiräte und Mitarbeiter des Kindergartens St. Laurentius.
Denn: Der von der Kirchengemeinde getragene Kindergarten steht vor dem Aus. Eine Generalsanierung erscheint allen Beteiligten als nicht sinnvoll, daher wird ein Neubau neben dem Kindergarten Arche Noah immer wahrscheinlicher.
Für die Realisierung dieses Millionenprojekts hat nun auch die Awo ihren Hut in den Ring geworfen. Awo-Geschäftsführer Werner Dippold stellte seine Organisation dem Gremium schwerpunktmäßig, aber gleichwohl detailliert vor und hatte auch bereits einen Planentwurf des Neubaus im Gepäck.
Der Geschäftsführer schlägt die Errichtung eines Natur-Kindergartens vor, getragen von einem ganzheitlichen naturpädagogischen Konzept, das von Krippenplätzen über den eigentlichen Kindergarten auch Kitas und einen Hort einschließt und in eine Ganztagsschule mündet.
Den jetzigen Mitarbeitern sicherte Dippold Bestandsschutz zu: "Die Mitarbeiter werden übernommen und keinerlei Nachteile haben."
Bei der Finanzierung des Neubaus werde es eine zu vereinbarende Obergrenze geben. Ein möglicherweise entstehender Überhang werde auch durch die Awo bezahlt, so Dippold. Das Zuschussverfahren müsse allerdings über die Gemeinde abgewickelt werden.


Fördermittel nicht gefährden

Die Mitglieder des Gemeinderats, sowie die Zuhörer, nahmen die Ausführungen zur Kenntnis. Um eine Investition in siebenstelliger Höhe ging es auch bei der Beratung über die Sanierung des Herzoganwesens. Der beauftragte Architekt Friedrich Villa stellte nochmals den Planentwurf der Umbauarbeiten für die Scheune und das Haus vor.
Der Bauantrag müsse bis Mitte September dem Landratsamt und dem Amt für ländliche Entwicklung vorliegen, um das Bezuschussungsprozedere nicht zu gefährden.
Aus diesem Grund sei ein formeller Beschluss des Gremiums notwendig, so Erster Bürgermeister Heinrich Faatz. Die Umbaukosten liegen bei etwa 1,3 Millionen Euro, so Kämmerer Peter Greiner-Fuchs: "Mehr als 1,5 Millionen darf die Maßnahme nicht kosten. Bei einer Förderung mit 60 Prozent bleibt eine Eigenleistung von 600 000 Euro."
Nach einer breit gefächerten Diskussion der Gemeinderäte, die noch zu einigen Planänderungen führte, stimmte das Gremium schließlich dem Bauantrag zu.