Geschäftiges, fröhliches Treiben empfing Bürgermeister Ludwig Nagel (CSU) am vergangenen Dienstagnachmittag beim Besuch der naturnahen Mittagsbetreuung der Grundschule Hemhofen: Die Kinder bauten, kneteten, schürten Feuer und waren eifrig bei der Sache.

"Das Konzept der naturnahen Mittagsbetreuung ähnelt dem eines Waldkindergartens, nur inklusive Mittagsbetreuung", erläuterte die pädagogische Fachkraft Marlen Richter. Die Berge außen herum seien gewollt, denn die Kinder sollten sich in alle Dimensionen frei bewegen können. Da vom Schulumbau viel Erde übrig ist, war das kein Problem. Den Rest erledigten die Arbeiter vom gemeindlichen Bauhof.

Man spürt und sieht es: Die Kinder fühlen sich pudelwohl und sind draußen in der Natur richtig glücklich. Natürlich konnte bisher nicht alles umgesetzt werden, denn das halbe Corona-Jahr fehlt. Vor Weihnachten kommt noch das große Tipi, das einen Durchmesser von fünf Metern hat. Hier haben die Kinder bei Regen zusätzlich die Gelegenheit, zu bauen und zu spielen.

Im Steinkreis brennt gerade ein Feuerchen. Die Feuerstelle haben die Kinder mitgebaut. Sie sollen lernen, auch mit Feuer und Wasser umzugehen.

Im Innenbereich der Container findet die Mittagsbetreuung statt. "Wir haben eine feste pädagogische Arbeitszeit zwischen 14.30 und 15.45 Uhr, die aber nur den Kindern zusteht, deren Eltern bis 16 Uhr gebucht haben", erklärte Marlen Richter.

"Bald kommt noch eine Matschanlage dazu", ergänzte Kerstin Ebert, die Leiterin der Mittagsbetreuung. Auch eine Werkstatt mit Werkbank ist geplant. Daran kann man sich gerne mit einer Spende beteiligen (Spendenportal der Sparkasse ERH Herzogenaurach). Und auch ein Stiefelwagen kommt noch. Hier kann man dann die schmutzigen Gummistiefel überstülpen und sie so besser abspritzen. Ein Vordach, unter dem Kleider und Schuhe besser getrocknet werden können, ist ebenfalls in Planung.

Kinder sind ausgeglichener

"Die Eltern der 39 Kinder sind sehr zufrieden. Sie berichten, dass ihre Kinder ausgeglichener sind. Und es gibt noch einen weiteren Vorteil: Von der vielen Bewegung an der frischen Luft sind die Kinder abends müde. Inzwischen räumt das Jungvolk ohne große Probleme alles wieder auf - die Räume und die Außenanlagen werden nicht nur genutzt, sie werden auch gepflegt - und ziehen sich für die Nachmittagsbetreuung um. Alles klappt wie am Schnürchen.

"Solch eine Einrichtung ist einmalig im Umkreis", stellte der Bürgermeister zufrieden fest.

"Das Projekt lebt einfach von der Teilhabe der Kinder", resümierte Marlen Richter, die mit Herzblut dabei ist. Sie bedankte sich beim Bürgermeister für diese großartige Idee.