von unserem Mitarbeiter Manfred Welker

Haundorf — Was machen Krippenbauer eigentlich, wenn die Krippensaison vorüber ist? Diese Frage stellen sich viele Menschen, die während der Advents- und Weihnachtszeit ihre kleinen Kunstwerke bewundern. Tatsache ist, dass das ganze Jahr über an den Krippen gearbeitet und gebaut wird, damit sie vor Weihnachten präsentiert werden können.
In der Werkstatt der Herzogenauracher Krippenfreunde in der alten Schule in Haundorf gab es am Samstag bei einem Tag der offenen Tür die Möglichkeit, den Teilnehmern des aktuellen Krippenbaukurses über die Schultern zu sehen und sich über die verschiedenen Möglichkeiten beim Krippenbauen zu informieren. Obwohl sehr viel handwerkliches Geschick gefragt ist, kommen auch verschiedene Maschinen vor allem in der Holzverarbeitung zum Einsatz. Bei der Gestaltung ist allerdings sehr viel persönliches Geschick erforderlich.
Krippenbaumeisterin Karin Andree hat in diesem Jahr speziell die Anfertigung von Bäumen im Blickfeld. Die Anregungen dazu hat sie sich in der Krippenbauschule von Garmisch geholt. An einem geeigneten Ast, der als Baum dient, wird mit Spezialkleber natürliches Moos befestigt und anschließend mit dem richtigen Farbton versehen.

Ein spezieller Krippenmörtel

Seit Beginn des Kurses arbeiten die Kursteilnehmer jeden Freitagabend und am Samstagvormittag an ihrer Krippe. Für die Krippen werden Holz und Krippenmörtel, ein Gemisch aus Leimwasser, Schlämmkreide, Sägemehl und Schleifstaub verwendet, das in unterschiedlicher Konsistenz für orientalische, aber auch heimatliche Krippen Verwendung findet. Die "Standzeiten" zwischen den Bauphasen sind auch nicht von Nachteil, dadurch kann das Bauwerk trocknen, sodass die nächsten Arbeitsschritte erfolgen können.
Auf dem Dachstuhl eines Fachwerkstalles werden Ziegel einzeln auf den Latten befestigt. Wahrlich eine Geduldsarbeit.
Eine Kursteilnehmerin, Maria José Escobedo, stammt aus Spanien, wohnt aber schon seit vielen Jahren in Herzogenaurach. Auch ihr Heimatland Spanien hat eine große Krippentradition. Bereits der Vater hat in Spanien große Krippen für die Familie angefertigt. Sie ist inzwischen schon seit einigen Jahren beim Krippenbaukurs dabei.
Karin Andree, Werner Heilmann und Hans Schmidt standen für Fragen gerne zur Verfügung und ließen sich von den Interessenten gerne über die Schultern schauen.
Anwesend war auch Krippenbaumeister Max Munker aus Nürnberg, der sich gerne in der Werkstatt der Herzogenauracher Krippenbauer umsah. Interessenten konnten sich außerdem für den nächsten Krippenbaukurs anmelden.