Weit über 11 000 Euro Schaden hat ein 30 Jahre alter Handwerker aus dem Landkreis beim Aufprall seines Wagens an einer geparkten Limousine verursacht. Doch anstatt sich um den Schaden zu kümmern, traf er sich gleich in der Nachbarschaft mit Freunden zum Feiern. Irgendwie hatte den Mann die Sache aber doch nicht losgelassen. Als er zu später Stunde noch mal nach dem Rechten sehen wollte, lief er der Polizei praktisch in die Arme.

Nun musste er sich wegen der Unfallflucht vor Gericht verantworten. Gegen einen Strafbefehl hatte er zuvor Einspruch eingelegt, weil darin der Führerscheinentzug vorgesehen war. Erfolg hatte er mit seinem Einspruch insofern, als dass er nun mit fünf Monaten Fahrverbot davon kam. Die Geldstrafe fiel mit 50 Tagessätzen zu je 75 Euro (3750 Euro) jedoch deutlich aus.

Der Vorfall hatte sich am frühen Abend des 16. Dezember 2019 in Rugendorf ereignet. Beim Einbiegen in die betreffende Straße habe er nach rechts geblickt und damit automatisch nach links gelenkt, erklärte seine Verteidigerin Sabrina Meier aus Kronach. Er will sogar einen Aufprall gehört haben, sei aber davon ausgegangen, dass dies die Mauer oder der Randstein gewesen sei. An seinem eigenen Auto habe er nur ein paar kleine Kratzer erkennen können.

Er habe die Sache sofort eingeräumt und sich beim Geschädigten entschuldigt, verteidigte sich der Angeklagte. Auch der Schaden sei längst reguliert.

Das mit der Mauer wollte der Vertreter der Staatsanwaltschaft dem Angeklagten nicht so recht glauben. Im Gutachten eines Kfz-Sachverständigen hieß es, dass aufgrund der Schäden am gegnerischen Fahrzeug ein lautstarker Schlag erfolgt sein muss.

Der Angeklagte räumte daraufhin ein, dass er im Auto lautstark Musik gehört habe und mit den Gedanken ganz woanders gewesen sei. Er hatte damals wohl recht viel um die Ohren, weil er eine schwere Operation hinter sich und eine weitere vor sich gehabt habe.

Die letztlich auch verhängte Geldstrafe in Höhe von 3750 Euro, aber eben auch einen Führerscheinentzug beantragte der Vertreter der Staatsanwaltschaft. Knackpunkt war dabei der extrem hohe Sachschaden. Schon bei einem Schaden von 1500 Euro sei die Anklagebehörde angehalten, einen Fahrerlaubnisentzug zu beantragen. Bei über 5000 Euro sei der Führerscheinentzug zwingend.

Das sah die Verteidigerin anders. Ihr Mandant habe reinen Tisch gemacht, sei nicht vorbestraft und fahre seitdem einwandfrei. Darüber hinaus sei der Angeklagte dringend auf sein Fahrzeug angewiesen.

Auch Richterin Sieglinde Tettmann hielt ein Fahrverbot für ausreichend, es müsse mit fünf Monaten aber auch ordentlich ausfallen. Vor allem hielt sie dem Angeklagten zugute, dass er sich entschuldigt hatte und umgehend dafür sorgte, dass der Schaden reguliert wird. shf