Werden Sie Angela Merkel vermissen, wenn sie als Kanzlerin aus dem Amt scheidet? Wenn ja: In Coburg wird sie immer Kanzlerin bleiben. Als Teddybär.

Die Coburger Firma Hermann hat diesen Teddy jetzt in limitierter Stückzahl herausgebracht. Laut Unternehmen habe er eine "Brummstimme". Ansonsten sei auf Details geachtet worden wie die schwarz-rot-goldene "Deutschlandkette" und die "Raute", also die charakteristische Handhaltung der Bundeskanzlerin. Es ist nicht die erste Kreation, bei der das Unternehmen Prominente abbildet. Auch Barack Obama oder die Queen haben so bereits ihre "Ebenbilder" gefunden.

Schon als Barbie

Die Bundeskanzlerin ist allerdings nicht zum ersten Mal das Vorbild für Spielzeug beziehungsweise Puppen. Bereits 2009 wurde die "Merkel-Barbie" vorgestellt, war damals auch auf der Spielzeugmesse in Nürnberg zu sehen. Von der Puppe her eine "Barbie" wie man sie kennt, aber mit Kostüm, Kette und passender Frisur. Das ganze war sogar eine Aktion zum 50-jährigen Bestehen des Herstellers, schrieb die renommierte englische Zeitung "The Guardian" damals dazu.

Grund für die Puppe war damals laut Hersteller, dass Angela Merkel ein "unglaubliches Vorbild" sei und dass damit "ihr Einfluss geehrt und aufgezeigt werden sollte, den sie auf Frauen in der ganzen Welt habe, für die sie eine riesengroße Inspiration sei".

Und 2005 präsentierte ein Hersteller aus Neuss eine Zelluloid-Puppe, die sogar mit den Augen klimpern konnte. Die "kleine Angela" war 46 Zentimeter groß. Wenn man in die jüngere Vergangenheit zurückblickt, ist kaum ein großer Politiker oder Prominenter davon verschont geblieben, als Puppe, aus welchem Material auch immer, verewigt zu werden. Hillary Clinton, der Papst, der Dalai Lama, Lady Gaga sind genauso dabei wie George W. Bush in Fliegerkombi - oder auch Osama Bin Laden.

Vertrautheit

Aber wieso sind Puppen von bekannten Menschen seit jeher so beliebt? Udo Leitner, Leiter des Museums des Deutschen Spielzeugindustrie in Neustadt: "Dazu kann man verschiedene Vermutungen anstellen. Zum einen ist es vielleicht die Bekanntheit des Gesichtes, das Vertraute daran, das uns anzieht. Oder es ist das Idolhafte an jemandem, der uns Respekt abverlangt oder den wir bewundern."

Das setze sich dann fort im Merchandising. Rockstars, Schauspieler finden sich als Puppen wieder, aber auch auf T-Shirts, auf Postern, auf Geschirr. Leitner: "Eine weitere Verwendung von Puppen als Abbilder von bekannten Menschen ist die der Karikatur." Das sei ähnlich wie bei der gezeichneten Karikatur.

Ein solches Beispiel gab es 1984 bis 1996 im britischen Fernsehen: die Sendung "Spitting Image", in der bekannte Persönlichkeiten mit Latex-Puppen persifliert wurden. Hauptsächlich nahmen sich die Macher anglo-amerikanische Politker vor, aber es tauchten auch Mugabe, Mitterand oder Saddam Hussein auf.

Die Serie feierte international Erfolge, nicht zuletzt, als die Puppen im Musikvideo von Genesis zum Lied "Land of Confusion" Rollen bekamen. dy