Wer sich nachhaltig ernähren will, sollte nicht nur möglichst ökologische Lebensmittel wählen und lieber mit dem Fahrrad als dem SUV beim Händler vorfahren. In dieser Folge unserer Serie mit der AOK geht es um den Verpackungsmüll, den es möglichst zu vermeiden gilt.

Die Verpackungsflut steigt hierzulande nach wie vor an. Große Sorgen bereitet dabei vor allem der Plastikmüll, der nur sehr langsam abgebaut wird und - trotz Mülltrennung - zunehmend Natur und Gewässer verschmutzt.

"Mitgebrachte Netze für Gemüse und Obst, eigener Becher statt Einweg-Coffee-To-Go oder Wasser direkt aus dem Hahn statt aus der Plastikflasche - es gibt viele Möglichkeiten, Verpackungsmüll zu vermeiden", rät Doris Ohnemüller, Ernährungsexpertin der AOK-Direktion Bayreuth-Kulmbach im letzten Teil unserer Serie. Obgleich es mittlerweile zunehmend Verpackungen gibt, die aus recyceltem oder biologisch abbaubarem Material hergestellt werden: Am Beginn steht immer die Herstellung der Verpackung und am Ende die Entsorgung. Mehrwegprodukte lohnen sich daher immer, ebenso wie ein verpackungsfreier Einkauf. Zum Einstieg kann man ganz konsequent darauf achten, immer genügend wiederverwendbare Taschen zum Einkaufen mitzunehmen und auf zusätzliche dünne Tüten bei loser Ware zu verzichten. Wer mehr tun will, kann in Unverpackt-Läden einkaufen, deren Zahl stetig zunimmt, und eigene Verpackungen auch an die Theken mitbringen.

Alljährlich landen in Deutschland rund 12 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Die Hälfte davon kommt aus den privaten Haushalten: pro Kopf und Jahr rund 75 Kilogramm. Aus Expertensicht wären mindestens zwei Drittel vermeidbar. "Hier hilft es, den Einkauf bedarfsgerecht zu planen, die Vorräte im Blick zu behalten und Lebensmittel rechtzeitig zu verbrauchen", so Ohnemüller. Das Mindesthaltbarkeitsdatum diene dabei aber nur als Orientierung. In der Regel sind viele Lebensmittel noch über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus einwandfrei. Ausnahmen bilden rohes Fleisch und Fisch, die mit einem Verbrauchs-datum gekennzeichnet sind. Erkennbar verdorbene Produkte gehören natürlich in den Abfall.

Viele Anregungen zur Vermeidung von Lebensmittelmüll bietet die Initiative "Zu gut für die Tonne" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft unter www.zugutfuerdietonne.de. red