Das parkartige Gelände rund um die Talkirche wird gerne von Wanderern, Spaziergängern und Fahrradfahrern für eine Rast genutzt. Und natürlich kommen in normalen Zeiten dort auch gerne Menschen zusammen, die in und an der Kirche Gottesdienste feiern wollen. Den Besuchern steht dazu im Außenbereich eine ganze Reihe Sitzmöglichkeiten zur Verfügung. Doch viele von diesen sind mittlerweile in die Jahre gekommen. Sie sehen nicht nur unschön aus, sondern sind teilweise auch schief und wackelig. Ein Förderprogramm macht es möglich, dass die Katholische Kirchenstiftung Bänke auswechseln und renovieren lässt.

Gabi Borst, die frühere Kirchenpflegerin, und ihr Mann Peter sind auf ein öffentliches Förderprogramm aufmerksam geworden, in dem kleinere Projekte bezuschusst werden, die der Allgemeinheit dienen. Das Amt für Ländliche Entwicklung hat der NES-Allianz für das Jahr 2020 ein Regionalbudget in Höhe von 90 000 Euro bewilligt. Hierdurch sollen kleine Projekte innerhalb der NES-Allianz gefördert werden, durch die eine engagierte und aktive eigenverantwortliche ländliche Entwicklung unterstützt und die regionale Identität gestärkt wird. Die Kirchenverwaltung hat sich nach Angaben von Pfarrer P. Markus Reis sehr schnell dazu entschieden, einen entsprechenden Antrag zu stellen.

Dieser ist mittlerweile auch positiv beschieden worden. Die Kirchenstiftung erhält eine Förderung von mehr als 70 Prozent für die Erneuerung bzw. Instandsetzung der Sitzmöglichkeiten rund um die Talkirche. Jetzt sollen entsprechende Angebote eingeholt werden, damit die Arbeiten möglichst noch im Laufe des Sommers ausgeführt werden können.

Stark verwittert

Die Sitzgarnituren rund um die Kirche sind teilweise so stark in Mitleidenschaft genommen, dass sie erneuert werden müssen. Vier Sitzgruppen werden deshalb ausgetauscht. Zwei Bankgarnituren können noch instand gesetzt werden. Wie Gabi Borst auf Anfrage mitteilt, werden die Sitz- und Tischflächen wieder in Holz gearbeitet sein, ein Material, das sich der Umgebung anpasst.

Neben den Sitzmöglichkeiten wird auch eine neue Infotafel erstellt. Bertram Becker habe dafür die Geschichte der Talkirche recherchiert und einen Text verfasst, der Ausflügler über die Kirche informieren wird. Außerdem werden die Hinweise auf die vorbeiführenden Wanderwege, unter anderem ist es der Marienweg, mit berücksichtigt.

Anlaufstelle in der Freizeit

Möglich wurde die Förderung nach Angaben von Gabi Borst, weil die Kirche das Freigelände rund um die Talkirche auch für die regelmäßige öffentliche Nutzung zur Verfügung stellt.

Stadtpfarrer P. Markus Reis ist nach eigenen Angaben begeistert, dass durch eine solche Förderung die Möglichkeit zu den Verbesserungen besteht. Er ist Gabi und Peter Borst dankbar dafür, dass sie auf das Programm aufmerksam gemacht und die Zuschussbeantragung in die Wege geleitet haben. "Ich selbst sitze zwar nur selten dort, aber ich freue mich sehr, dass die Bänke erneuert werden", sagt Reis.

Die Talkirche in ihrer heutigen Form wurde ab 1712 gebaut und 1716 geweiht. Sie trägt den offiziellen Namen "Wallfahrtskirche zum Heiligen Kreuz". Ihre Ursprünge gehen jedoch viel weiter zurück. Die erste urkundliche Erwähnung stammt laut Eintrag bei Wikipedia aus dem Jahre 1360. Von der früheren Wallfahrtstradition um die Gnadenmadonna sind einige bemerkenswerte Votivfiguren erhalten. Im Freien vor der Kirche fällt vor allem der große Freialtar mit der mächtigen Kreuzigungsgruppe auf, die 1941 von dem Künstler Gottfried Albert gestaltet worden war.