Jeder Haushalt hat heute einen Anschluss ans Trinkwassernetz. In früheren Jahrhunderten war das noch anders: Öffentliche Brunnen sicherten die Wasserversorgung, aber nicht nur das: Sie waren auch immer soziale Anlaufstelle, wo sich Menschen trafen, einen Plausch hielten und Neuigkeiten aus dem Dorf austauschten. Wo Wasser ist, ist Leben im doppelten Sinne.

Neues Leben will der Obst- und Gartenbauverein (OGV) Gemünda den Brunnen in dem Seßlacher Stadtteil einhauchen. Drei Brunnen sollen neu gestaltet werden, zwei davon sollen wieder nutzbar sein. Dabei wartet ein straffer Zeitplan auf die Ehrenamtlichen aus dem Fachwerkdorf: "Wir müssen das Vorhaben bis Ende September abschließen", erläutert Vorsitzende Anna Behlau. Grund: Für das Projekt erhält der OGV eine finanzielle Förderung von 2000 Euro aus dem Regionalfonds "5 für 500" der Initiative Rodachtal. Voraussetzung ist, dass die Antragsteller die Maßnahmen innerhalb einer bestimmten Frist umsetzen.

Als ersten Brunnen hat der OGV Gemünda jenen an der Heldburger Straße ausgewählt. "Wir wollen ihn wieder herrichten und reinigen", erklärt Anna Behlau. Weiterhin soll er einen neuen Brunnenschwengel erhalten. "Wir bedanken uns dafür bei Werner Pfeuffer und Rainer Scheidmantel, die bereits die alten Schwengel abgebaut haben und die neuen Vorrichtungen in den nächsten Tagen installieren."

Als zweiter ist der Brunnen am Roten Hügel vorgesehen. Dieser bekommt eine vollständig neue Optik. Der OGV plant dort einen neuen Brunnenkopf und einen neuen Brunnenschwengel. "Hier warten wir noch auf die Angebote und darauf, ob unsere Ideen überhaupt umsetzbar sind." Für die Steinmetzarbeiten ist Manfred Hofmann zuständig.

Der dritte Brunnen steht beim Anwesen Schlottermüller/Tranziska in der Heldburger Straße. Dort ist angedacht, die Farbe vom Brunnenschwengel zu erneuern und die abgeplatzten Steine am Brunnenkopf zu ersetzen. Diese Arbeit übernimmt zum überwiegenden Teil Magdalena Tranziska als Anliegerin.

Wie es aussieht, werden die Gelder für alle Vorhaben nicht ausreichen. Der OGV hofft deshalb gemeinsam mit der Stiftung "1150 Jahre Dorfgemeinschaft Gemünda", den fehlenden Betrag über Spenden zu finanzieren. OGV-Vorsitzende Anna Behlau und ihr Stellvertreter Marcus Schweizer geben sich optimistisch, dass es gelingt: "Wir würden uns sehr freuen, wenn uns die Bevölkerung dabei unterstützt und wir etwas zum Ortsbild beitragen können." cahö