Bayreuth — Nach dem Auswärtserfolg am vergangenen Wochenende bei den Chemnitz Niners muss Basketball-Bundesligist Medi Bayreuth auch am heutigen Freitagabend in der Ferne antreten: Um 19 Uhr gastieren die Bayreuther bei den Hamburg Towers, die mit einer Bilanz von 9:4-Siegen derzeit einen Playoff-Platz einnehmen.

Bundesliga

Hamburg Towers - Medi Bayreuth "Wir haben am defensiven Ende sehr gut gearbeitet. Die Arbeit der zurückliegenden Wochen hat sich somit endlich einmal in einem positiven Ergebnis niedergeschlagen", blickt Medi-Coach Raoul Korner zufrieden auf den deutlichen 83:61-Auswärtssieg bei Aufsteiger Chemnitz zurück. Mit dem ersten Sieg im neuen Jahr stoppte sein Team eine vier Spiele anhaltende Negativserie. Eine ähnlich couragierte Leistung werden die Bayreuther Korbjäger auch heute Abend abrufen müssen, wenn sie bei den Hamburg Towers erfolgreich abschneiden wollen.

"Hamburg verfügt über eine hohe individuelle Qualität", warnt Korner und gibt den Weg vor: "Wir müssen gut auf den Ball aufpassen, das heißt diszipliniert und geduldig in der Offensive agieren. In der Defensive müssen wir ihre Kreativspieler unter Kontrolle bringen." Verzichten muss der Österreicher weiterhin auf Nachwuchs-Flügelspieler Kay Bruhnke, der an Rückenproblemen laboriert. "Wir peilen seine Rückkehr in den Kader nach der Länderspielpause Ende Februar an", so Korner. Bislang trafen Bayreuth und Hamburg nur ein Mal aufeinander. Und diese Partie entschieden as Korner-Team im November 2019 mit 95:81 in Hamburg-Wilhelmsburg klar für sich entscheiden. Das Rückspiel fiel dem Abbruch der Hauptrunde 2019/20 in der BBL zum Opfer, der sich für die Hanseaten im Nachgang als Glücksfall erwies.

Denn: Der abgeschlagene Tabellenletzte profitierte davon, dass es im Corona-Jahr keinen sportlichen Absteiger gab. Und so zog Jan Fischer, der mit Ex-Nationalspieler Marvin Willoughby die Geschäfte bei den Hanseaten führt, trotz des enttäuschenden Abschneidens in der Premieren-Saison ein positives Fazit: "Obwohl wir sportlich hinter unseren Erwartungen geblieben sind, war die Arena bei jedem Spiel ausverkauft. Diese Unterstützung in schwierigen Zeiten lässt uns optimistisch in die Zukunft blicken."

Vor der zweiten Bundesliga-Saison haben die Hamburger personelle Veränderungen an der Seitenlinie vorgenommen: Anstelle des US-Amerikaners Mike Taylor haben die Towers im Sommer Pedro Calles als neue Gallionsfigur installiert. Der 37-jährige Spanier hatte sich in den vergangenen Jahren beeindruckende Meriten als Trainer des SC Rasta Vechta verdient und die Niedersachsen von einer Fahrstuhlmannschaft zu einem ernstzunehmenden Play-off-Anwärter geformt.

Der neue Trainer mistet aus

Calles, der dem Duell mit Medi Bayreuth einigen Respekt entgegenbringt ("Sie sind besser, als die bisherige Saisonbilanz es zeigt."), siebte gewaltig aus. Lediglich Eigengewächs Justus Hollatz, Jürgen Osaro Rich und FC-Bayern-Leihgabe Marvin Ogunsipe streifen auch in der laufenden Saison das Towers-Dress über. Sie bilden mit Bundesliga-Routinier Bryce Taylor (Bamberg), "Calles-Gefolgsmann" Max DiLeo (Vechta) und dem erst unlängst verpflichteten Johannes Richter (Gießen) das deutsche Korsett.

Im Aufbau wirbelt der nur 1,75 Meter große US-Spielmacher TJ Shorts (BK Ventspils). Ihm zur Seite stehen die erfahrenen Guards Kameron Taylor (Bamberg) und Jordan Swing (Maccabi Haifa). Auf den Flügelpositionen setzen die Hansestädter auf den 23-jährigen Zac Cuthbertson (Maccabi Ashdod) und den ligaerfahrenen Terry Allen (Göttingen). Der estnische Center Maik Kotsar (South Carolina Gamecocks) ist als effizientester Hamburger alternativlos.