Ein Zeitsoldat erbat sich Kraft, bevor er nach Afghanistan musste und eine Frisörmeisterin bedankte sich für die bestandene Prüfung. Die gut 25 000 Menschen, die jährlich den Marienberg besuchen, haben unterschiedliche Anliegen. Eine 98-Jährige gehört fest zur Familie. Mit solchen Besucherströmen hatte die Schönstattfamilie nicht gerechnet, als sie vor 20 Jahren aus dem Militärareal mit den heruntergekommenen Gebäuden und den zerschlagenen Fenstern einen Wallfahrtsort mit Heiligtum errichteten.

Das Vaterauge, von Pfarrer Andreas Hornung entworfen und von Gottfried Stark aus Drösendorf geschnitzt, wird nun auf Pilgerreise geschickt. Wenn es zurückkommt, ist die Kapelle damit vollständig ausgestattet. Diözesanpräses Martin Emge erinnerte an die Anfangsjahre am Festgottesdienst zum 20. Geburtstag der Schönstattfamilie am Marienberg im Jahr 2000.

Während für einige Menschen Weltuntergangsstimmung herrschte, befanden sich die Christen in einer Aufbruchsstimmung ins neue Jahrtausend. Und tatsächlich: auf dem Marienberg ging es jetzt erst richtig los.

"Heute geht ein neues Kraftwerk ans Netz", erinnerte Emge an die Worte des damaligen Erzbischofs Karl Braun, der das Heiligtum einweihte.

Der Bewegung war das ehemalige Militärgelände angeboten worden. Nicht das große Gelände und die heruntergekommenen Gebäuden schreckten die Mitglieder zunächst ab, sondern wie diese kleine Familie das stemmen könnte. Eine zusätzliche Erschwernis war die Nichtanbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Alles wurde lange hin und her überlegt, denn ein Diözesanheiligtum wird schließlich nur einmal gebaut", erinnerte Emge.

Doch 1996 signalisierte die Schönstattfamilie dem Erzbistum Bamberg eine Übernahme. Ein Heiligtum gab es nicht, nur die Hauskapelle. Für die Schönstattfamilie stellte sich die Frage, ob man es wagen sollte, ein Heiligtum, wie es alle Schönstattzentren haben, zu bauen. "Die junge Generation entbrannte damals für diesen Gedanken. Ihrem Schwung und der Gnade des Heiligen Jahres 2000 verdanken wir, dass am 26.09.99 der Spatenstich erfolgen und am 8.10.99 der Grundstein gelegt werden konnte. Ich erinnere mich noch gut an das ergreifende Weihnachtsfest, das wir im Rohbau feierten", sagte Emge.

Unendlich viele Baueinsätze folgten, damit das Zentrum schöner wurde. "Aber erst, als die Kapelle gebaut war, kamen die Menschen in immer größer werdenden Scharen. Zunächst waren es Hunderte, dann wurden es Tausende und nun mehrere Zehntausend", freute sich Emge.

"Etwas fehlt noch in der Kapelle, die zur Grundausstattung jeder Schönstattkapelle gehört: das Vaterauge. Die Franken kennen es besser als das Gottesauge", sagt Diözesanpräses Martin Emge, der eine Novene dafür schrieb und ein Gebetsbild dazu gestaltete. Vor der Segnung des Vaterauges sprachen beide Schönstattpriester, Andreas Hornung und Martin Emge, ein Gebet aus der Novene. Ann-Kathrin Pongratz und Sophia Ramer begleiteten den Gottesdienst musikalisch und hielten im Reinischhaus ebenfalls einen lebendigen Rückblick über 20 Jahre Heiligtum der Verbundenheit.

"Wir setzen auf die neue Generation, die dieses Heiligtum in die Zukunft führt. Schauen wir mutig nach vorne", betonte Emge und bedankte sich bei vielen, die seit 20 Jahren ihre Verbundenheit buchstäblich leben und sich dafür einsetzen, dass das Kraftwerk weiter am Sprudeln ist.