Corona-bedingt fand in diesem Jahr die Konfirmation in der ev.-luth. Kirchengemeinde Kronach nicht im Frühjahr, sondern erst im Herbst statt. In der Christuskirche traten am Samstag neun Jugendliche erstmals an den Tisch des Herrn. Am Sonntag bekräftigten 14 weitere junge Leute ihren Glauben. Gefeiert wurden die festlich gestalteten Gottesdienste von Pfarrer Achim Gerber unter Mitwirkung von Gemeindediakon Matthias Bär.

"Auf schwankendem Grund stehen, den Boden unter den Füßen verlieren, fallen, lost!" - sicherlich hätten manche, so Pfarrer Achim Gerber in seiner mitreißenden Predigt, den Ausbruch der Pandemie und den Lockdown genau so erlebt. Nicht war mehr so wie vorher: Keine Schule, kein Vereinsleben, kein Sport, kein Gottesdienst. Wenn nichts mehr sicher sei und alles hinterfragt werde und hinterfragt werden müsse - das könne einen schon umhauen. "Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein" - so heiße es dagegen beim Propheten Jesaja in der Bibel. Er richtet die Worte an das Volk Israel, als es damals in der Verbannung im fernen Babylon weit weg von der Heimat lebte. Viele der Israeliten hätten in ihrem Exil sicherlich auch gedacht, Gott habe sie vergessen; sie seien "lost". Der Ruf Jesajas sei Christus selber. "Gott springt uns hinterher. Er lässt uns nicht allein. Er schaut nicht zu. Er will uns erreichen", verdeutlichte der Pfarrer, dass im Leben nicht alles glatt laufe. Die Taufe sei kein Garantieschein für ein glückliches Erdenleben; aber durch die Erlösung - die Verbindung zu Christi - seien wir nicht lost, sondern erlöst. "Greif zu, wenn er dich auffangen will. Lass dich einholen", appellierte er an die Konfirmanden, mit neuem Mut und neuer Hoffnung das Leben anzugehen und in die Hand zu nehmen. Fallen könne man zwar immer; aber nie tiefer als in die Hände Gottes.

Als Erinnerung an ihren wahrlich besonderen Festtag erhielten die Jugendlichen ihr Konfirmationskreuz sowie jeweils ihren Becher, aus dem sie erstmals das Abendmahl empfangen hatten. Ihre Paten legten ihnen die Hand auf den Rücken auf, um sie zu stärken.

Die stimmungsvolle Umrahmung der Fest-Gottesdienste oblag dem Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Kronach unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Marius Popp, der auch den Orgelpart innehatte.

Aufgrund der aktuellen Corona-Maßgaben erfolgte die Konfirmation lediglich im jeweils engeren Familienkreis der Konfirmanden. Die Pfarrgemeinde wurde vom Kirchenvorstand vertreten. Wer jung ist, sollte sich - so Vertrauensmann Ulrich Oßmann in seinem Grußwort - am Leben erfreuen und sich seine Träume und Sehnsüchte erfüllen. "Die jungen Jahre aber gehen schnell vorbei", mahnte er. Trotz aller Action sollten die jungen Leute nicht vergessen, dass im Leben auch immer ruhige Phasen notwendig seien. Ein hervorragender Ort, um Pausen einzulegen, sei die Kirche.

Zum ersten Mal das heilige Abendmahl empfingen am Samstag: Sarah Buchta, Diego Díaz Rodríguez, Julia Eberhardt, Nele Eckert, Leni Folberth, Lea Frank, Paige-Nael Hamm, Lara-Sophie Pohl und Sabrina Stegner sowie am Sonntag: Sophie Bauer, Arwen Blinzler, Leon Gampert, Nick Gampert, Veronika Diel, Viktoria Drescher, Stefanie Gilz, Jonas Großmann, Lena Heinert, Vivienne Hofmann, Alexander Ivascenko, Adelina Kremer, Fabian Schädla und Isabell Teider.

Heike Schülein