Begehrlichkeiten für Zuschüsse aus dem Sonderfonds "Innenstädte beleben" hat Stadtsteinach bei der Regierung von Oberfranken bereits angemeldet. Finanziert werden sollen daraus die Inventarisierung und Neustruktur des Heimatmuseums, Räume für ein

Tourismus- und ein Büro für das Stadtumbaumanagement, Aktionen um die Stadtmauer und diverse Investitionen in das Alte Schulhaus.

Von den eingereichten 145 000 Euro sind mittlerweile 135 000 Euro als förderfähig mitgeteilt worden, erklärte Bürgermeister Roland Wolfrum (SPD) in der Sitzung des Stadtrats. Diskussionsbedarf hatten Wolfgang Heiß, Lars Leutheußer und Klaus Witzgall (alle CSU) allerdings zu den Vorhaben im Alten Schulhaus.

Zunächst waren sie sich nicht sicher, ob für ein Gebäude in Privatbesitz (es gehört der Tochter von BLS-Stadtrat Wolfgang Martin) staatliche Subventionen für Teilvorhaben überhaupt angemessen sind. Geplant ist der Einbau einer Heizung, so dass das Frankenwaldtheater im Obergeschoss auch im Winter betrieben werden kann. Außerdem soll ein Seminar- und Workshopraum für das neue deutsch-französische Kulturforum eingerichtet werden, das sich in diesem Jahr dort etabliert hat.

Die CSU-Stadträte vermissten dazu ein Gesamtkonzept für die komplette Sanierung. Sie erkannten allerdings die historische Bedeutung des 200 Jahre alten Gebäudes im nahen Umgriff des Marktplatzes an, das weiterhin als Bildungseinrichtung dienen wird und als eine Art kulturelles Zentrum auch für die Stadt von Bedeutung ist. Lars Leutheußer hielt deshalb eine Vereinbarung für angemessen, dass die Alte Schule auch für städtische Zwecke zur Verfügung stehen wird. Für die Volkshochschule oder für Vorträge, wie Bürgermeister Wolfrum anregte. Dies sagte Wolfgang Martin ohne weiteres zu und wies darauf hin, dass es besser umsetzbar sei, das Haus mit immerhin 300 Quadratmetern Gesamtnutzfläche kleinteiliger instandzusetzen.

Ein Zeichen gegen Schwarzbau setzte die CSU-Fraktion am Montagabend: Sie stimmte mit ihren sechs anwesenden Stadträten geschlossen gegen den Bauplan für drei Garagen an der Knollenstraße. "Es geht nicht an, dass der Stadtrat über einen Plan befinden soll, wenn mit dem Bau bereits begonnen worden ist", erklärte Klaus Witzgall für die Fraktion. In gleicher Weise hatte er sich in jüngster Zeit bereits zu einem weiteren Garagenbau an der Kronacher Straße und einem Hausbau oberhalb der Wehrstraße geäußert, für die eine Planung erst nach Baubeginn eingereicht worden war.

CSU stimmt geschlossen mit Nein

Den ersten beiden Projekten hatte die CSU zugestimmt, da es dagegen an sich keine Einwendungen gab. Diesmal verweigerte sie aber aus Prinzip ihre Zustimmung, wurde jedoch von SPD und Freien Wählern überstimmt.

Einig war sich der Stadtrat, was den kurzfristigen Abriss des Gebäudes mit Duschen und sanitären Anlagen auf dem städtischen Campingplatz angeht. Dafür lag ein Angebot über 9800 Euro vor. Das Gebäude hatten die Pächtern bereits geschlossen, nachdem die Einrichtungen überaltert, insbesondere aber der Abwasserkanal völlig marode ist. Davon hatte sich der Stadtrat auch selbst vor Ort überzeugt. Nach einem vorliegenden Angebot wird ein neues Haus keine billige Angelegenheit werden, weshalb Lars Leutheußer (CSU) zu überlegen gab, ob man die Sanitäranlagen nicht in Etappen bauen und ausbauen sollte oder auch entsprechende Anlagen mieten könnte. Dazu sollte man sich zunächst weiter informieren, schlug er vor. Dagegen sprach sich aber Jonas Gleich (CSU) aus und drängte auf eine Entscheidung. Das Abrissangebot sei geprüft und ein Ersatzbau schlichtweg notwendig. In diesem Sinn nahm der Stadtrat das Abrissangebot einstimmig an und will sich kurzfristig wegen eines Neubaus entscheiden, sobald die noch zugesagten weiteren Angebote vorliegen. Die neuen Sanitäranlagen sollen bis zum Beginn der neuen Campingsaison im Mai zur Verfügung stehen.