Brigitta Kempe-Wolf

"Ich fühle mich sehr geehrt, dass ich den Leseherbst in der Galerie Form + Farbe heute eröffnen darf", freute sich Jens-Paul Rabe nach der Begrüßung durch Hans Dietrich Unger. Aufmerksam und gespannt lauschten die zahlreichen Besucher seinen Geschichten und Texten vom Meer.
Beginnend bei der Schöpfungsgeschichte, über Homer und Goethe, zu eigenen Texten und ausgewählten Büchern führte die Seereise um die Welt.
Wasser und Wind sind ein seltsames Paar. Das Wasser trägt, der Wind treibt, und beides kann von Ruhe und Glück und Träumen beim Segeln hinführen zum genauen Gegenteil. Angst, Verzweiflung und Wut gehören zu Sturm und tosenden Wellen. So ergeben sich in den gelesenen Texten tiefe Einblicke in die menschliche Natur, ungeheuer schön und schrecklich.
Die Stille beim Zuhören, das Schmunzeln und der kräftige Applaus zeigten, dass es allen sehr gefallen hat. Großes Interesse fanden die vier Bücher, aus denen vorgelesen wurde. Diese sind: Sebastian Junger: "Der Sturm". Die letzte Fahrt der Andrea Gail, München und Zürich 1998; Arthur Conan Doyle: "Heute dreimal ins Polarmeer gefallen". Tagebuch einer arktischen Reise, Hamburg 2015; Judith Schalansky: "Atlas der abgelegenen Inseln". Fünfzig Inseln, auf denen ich nie war und niemals sein werde, Hamburg 2009; Christoph Ransmayr: "Atlas eines ängstlichen Mannes", Frankfurt 2012. Der Leseherbst geht weiter am 27.10. mit Maria Ungers Texten; am 11. 11. liest Günter Huth aus "Schoppenfetzer" sowie am 17. 11., da ist der bundesweite Vorlesetag.