Auf ihrer Konzertreise durch Deutschland gastierten am Samstag die Maxim Kowalew Don Kosaken in der Pfarrkirche Heilige Familie. Der siebenköpfige Chor hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit der Präsentation der traditionsreichen russisch-orthodoxen Musik das musikalische Erbe der Kosaken wieder aufleben zu lassen.

Direkt vor dem Altar in der noch weihnachtlich geschmückten Kirche entfalteten die russischen Sänger dann auch ein breites Spektrum an liturgischen Gesängen und sakralen Werken bis hin zu bekannten russischen Volksliedern in russischer Sprache. Gleich zu Beginn ließen die Sänger mit dem "Lobet den Namen des Herrn" einen gewaltigen Chorgesang erklingen, mit dem sie jubelnd die Allmacht des Schöpfers priesen. Mit dem Lied "Neue Freude" erinnerte der Chor an die wiederkehrende, jedoch immer neue Freude über die Geburt Jesu Christi. In einem melancholischen russischen Volkslied schilderte ein Solist sehr einfühlsam und stimmungsvoll, wie der Klang der Abendglocken Gedanken an die Jugendzeit und an den Abschied vom Elternhaus hervorrief, als man die Glocken zum letzten Mal hörte. Die übrigen Sänger ahmten dabei mit ihren Stimmen die schweren, langsam schwingenden, dumpf und tief klingenden Glocken nach.

Sehr feierlich erklang dann das wundervolle "Ave Maria" in der Version von Johann Sebastian Bach und Charles Gounod, die Lobpreisung der Gottesmutter Maria entsprechend dem bekannten Gebet "Gegrüßet seist du Maria". Wundervoll harmonisch brachten dann die Don Kosaken das Meisterwerk von Dmitri Bortnjanski "Ich bete an die Macht der Liebe" zu Gehör, das die unerschöpfliche Güte des göttlichen Vaters preist. Die Melodie des Liedes ist bekanntlich auch Bestandteil des "Großen Zapfenstreichs" der Bundeswehr.

Betend zu singen und singend zu beten, dies ist die Intention und die Grundstimmung dieses meditativ mystischen russisch-orthodoxen Chorgesangs. Zum Repertoire gehörte auch das sanft dahinschwingende traditionelle georgische Volkslied "Suliko" (Seele), dem der Text eines Liebesgedichts zugrunde liegt und das das Lieblingslied von Josef Stalin war. Die etwa 200 Zuhörer spendeten reichlich Beifall. thi