Die Lärmbelastung wäre enorm, ein erhöhtes Aufkommen von Schwerlastverkehr die Folge. Deshalb fand die bereits in der Septembersitzung des Marktgemeinderates Marktzeuln behandelte Bauvoranfrage der Firma Heinrich Schramm aus Trieb keine Zustimmung der Gemeinderäte.

Einstimmig wurde diese Bauvoranfrage bei der Sitzung am Montagabend in der TSV-Turnhalle abgelehnt. Bürgermeister Gregor Friedlein-Zech (Unabhängige Bürger) erklärte, dass Marktzeuln bereits seit Jahrzehnten unter dem Sandabbau leide. Nun sollten weitere 3,7 Hektar zur Ton-, Sand- und Kiesgewinnung mit anschließender Wiederverfüllung genutzt werden. Im Bauausschuss sei bereits eine eindeutig abwehrende Haltung erkennbar gewesen. Damit ein rechtswidriges Handeln des Marktgemeinderates verhindert wird, holte man sich Rat bei Rechtsanwalt Kollerer.

Bisher erfolgt ein Abbau von Ton, Sand und Kies auf 23 Hektar. Die umstrittenen neuen 3,7 Hektar werden derzeit landwirtschaftlich genutzt. Sie gelten nicht als Vorrangflächen für Abbau. Eine katalogisierte Aufstellung mit Karte weist solche Vorrangflächen aus. In Marktzeuln befinden sich solche ausgewiesenen Flächen nicht.

Erholungsgebiet

Unabhängig von einer eventuellen Genehmigung durch das Landratsamt bedarf es zusätzlich der Zustimmung des Gemeinderates, da öffentliche Belange betroffen sind. Die vorgesehene Abbaufläche diene dem Erholungszweck, das Orts- und Landschaftsbild wäre beeinträchtigt und die Agrarstruktur würde sich verschlechtern.

Sollte das Landratsamt trotz dem nicht erteilten Einvernehmen der Gemeinde dem Bauvorhaben zustimmen, könne Marktzeuln klagen, weil dies einen Eingriff in die Planungshoheit der Marktgemeinde darstelle.

Zusätzliche Belastung

Gemeinderat Grünbeck (CSU) stellte fest, dass der zusätzliche Lkw-Schwerlastverkehr eine enorme zusätzliche Belastung auch für die umliegenden Gemeinden darstelle. Außerdem wäre gerade das neue Baugebiet stark lärmbeeinträchtigt. Das Gemeindeoberhaupt betonte: "Ich habe aus der Bevölkerung kein positives Wort zum diesem Bauvorhaben gehört!"

Auch die Gemeinderäte Fischer (UBMz) und Jutta Stark (UBMz) wollen dieses Projekt nach Möglichkeit verhindern. Jutta Stark fand, dass sie für Marktzeuln andere Ziele hätte und diesen Kleinod erhalten wolle. Auch Petra Niechziol (SPD) meinte ablehnend, dass dieses Vorhaben eine unendlich lange Geschichte werden könne. Abschließend hoffte Bürgermeister Friedlein-Zech (UBMz), dass die Firma Schramm das Bauvorhaben aufgebe. Ansonsten müsse man den Rechtsanwalt bemühen.

Bezüglich des 5G (fünfte Generation des Mobilfunks)-Netzes der Telekom zeigte sich Gemeinderat Erwin Grünbeck (CSU) verwundert darüber, dass selbst das Landratsamt nichts vom Vorhandensein dieser neuesten Technik in Marktzeuln wusste. Auch sei die Bevölkerung von der Telekom nicht darüber informiert worden. Fakt ist jedoch, dass seit Anfang Juli 5G in Marktzeuln zur Verfügung stünde. Er meinte außerdem, dass dieses 5G-Netz laut Experten andere Strahlungswerte als das bisherige 4G-Netz aufweise.

Der Marktgemeinderat hat in der nichtöffentlichen Sitzung am 6. Juli beschlossen, vorerst keine Bauleitplanung für die Schaffung von Gewerbeflächen im Bereich des Knotenpunktes der B 173 neu bei Horb am Main durchzuführen. Die Verwirklichung der Straße soll abgewartet werden, um die Auswirkungen besser abschätzen zu können.

Bauzaun anderswo platzieren

Gemeinderat Markus Pülz bat den Bürgermeister, überprüfen zu lassen, ob der Bauzaun beim künftigen Dorfladen (Am Flecken 47) nicht anders gestellt werden könne. Momentan könnten die auf den Bus wartenden Kinder sich bei Regen nicht unterstellen.