Spaziergänger im einstigen Bundeswehr-Übungsgelände rieben sich erst die Augen, dann hängten sie sich an die Strippe: "Sind die Panzer-Monster zurückgekehrt?", wunderte sich einer ironisch, da er einen Harvester beim Baumfällen beobachtet hatte und in der FT-Redaktion nachhakte.
Andere Anrufer ärgerten sich über die "Manöverschäden", da im Bereich unterhalb des "Käppeles" viel Geäst liegen blieb und die Schneisen, die ein Harvester hinterlassen hat, nicht eben als waldbauliche Glanzleistungen im beliebten Naherholungsgebiet betrachtet wurden.
Wir befragten hierzu Wolfgang Gnannt als zuständigen Revierförster, der diesen Teil des städtischen Waldes betreut.

FT: Unter welcher Zielsetzung lief die Hiebaktion unterhalb des Käppele?
Wolfgang Gnannt: Auf Wunsch des Trägervereins "Käppele" sollte die Sicht von Ebern und Heubach auf das Käppele ein wenig freigeschlagen werden. Dabei sollten Richtung Heubach noch mehr Bäume entfernt werden als geschehen. Als Kompromiss in Absprache mit dem Trägerverein und dem Eigentümer (Stadt Ebern) wurden hauptsächlich Fichten, Kiefern und nur wenige Laubbäume eingeschlagen, um den Wald zu erhalten, aber die Sichtfreiheit, zumindest im laublosen Zustand zu gewährleisten. Aus forstlicher Sicht eine gelungene Durchforstung in einem FFH-Gebiet mit dem Ziel der Aufwertung des Eichen-Hainbuchen-Waldes.

Wie viel wurde eingeschlagen?
Es wurden rund 50 Festmeter je Hektar eingeschlagen, wobei circa zehn Festmeter bei der Anlage des Erschließungssystems (Rückegassen) angefallen sind. Das sind mindestens 20 bis 30 Festmeter weniger als bei vergleichbaren ,normalen' Durchforstungen.
Stimmt es, dass ein Harvester zum Einsatz kam?
Ja, denn bei dem ursprünglichen Zustand des Bestandes war ein Einschlag durch Waldarbeiter seitens der Arbeitssicherheit (Unfallverhütungsvorschriften) nicht vertretbar.

Was geschieht mit den herumliegenden Ästen? Bleiben die liegen, oder wird das Kleinholz zum Abholen ausgeschrieben?
Das ist geklärt, ein Teil wird als Totholz zur ökologischen Aufwertung des Bestandes liegen bleiben; ein Teil wurde an Selbstwerber vergeben.

Das Gesprächs führte unser
Redaktionsmitglied Ralf Kestel