Um 21.30 gab es am Dienstag für gleich vier Feuerwehren in der Großen Kreisstadt Feueralarm. Während in der Kernstadt wie immer die Freiwillige Feuerwehr mit allen Zügen still alarmiert wurde, heulten in Garitz und Reiterswiesen die Sirenen, etwas später dann auch die in Hausen: Grund war ein Brand eines oder mehrerer Zimmer im Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses in der Egerlandstraße.

Vorrangig war dabei die Rettung und Bergung eines Schwerstverletzten, der sich durch ein Dachflächenfenster auf das Dach des zweistöckigen Gebäudes gerettet hatte. Der 60-Jährige hatte laut Polizeibericht schwere Brandverletzungen erlitten. Mit der Schleifkorbtrage und mittels der Drehleiter konnte der lebensgefährlich Verletzte vom Dach geborgen werden. Zur Sicherheit hatte die Kissinger Wehr zusätzlich noch einen Sprungretter aufgeblasen. Nach

einer Erstversorgung vor Ort wurde der Verletzte mit einem Hubschrauber in eine Spezialklinik geflogen.

Sechs weitere Personen konnten das Haus, aus dessen gesamtem Dach es kräftig qualmte, selbstständig und unverletzt verlassen. Allerdings hieß es ursprünglich, dass eventuell noch ein Kind vermisst werde. Eine Nachfrage bei der im Nachbarlandkreis wohnenden Mutter bestätigte dies jedoch nicht, so dass sich die eingesetzten Kräfte ganz auf die Brandbekämpfung konzentrieren konnten.

Insgesamt rund 80 Feuerwehrkräfte waren mit gut einem Dutzend Fahrzeugen vor Ort, wobei neun Atemschutztrupps zur Suche und Brandbekämpfung eingesetzt waren. Die Einsatzkräfte mussten die im Augenblick viel befahrene Seehofstraße komplett absperren, da mehrere Schlauchleitungen die Straße kreuzten. Sie bekamen den Brand jedoch schnell unter Kontrolle und konnten ein weiteres Ausbreiten der Flammen verhindern.

Die nachalarmierte Feuerwehr von Hausen leuchtete dann in der Au einen Landeplatz für den Rettungshubschrauber aus, der den durch Brandwunden Schwerverletzten in eine Spezialklinik flog. Das Kissinger Rote Kreuz war mit zwei Notärzten, acht Fahrzeugen und einem guten Dutzend Helfern an der Brandstelle und auch die Polizei war mit drei Fahrzeugen vor Ort.

Brandursache unklar

Einsatzleiter war der Kissinger Stadtbrandmeister Michael Wolf, der von zwei weiteren Kreisbrandmeistern unterstützt wurde, später kamen auch der augenblicklich im Urlaub befindliche Stadtbrandinspektor Harald Albert hinzu, sowie Mitarbeiter der Stadtwerke.

Die Nachlöscharbeiten und Sperrung der Seehofstraße dauerten bis kurz vor Mitternacht. Wie das Feuer in der Wohnung des 60-Jährigen ausgebrochen ist, ist derzeit noch völlig unklar. Auch die Sachschadenshöhe ist Gegenstand der Ermittlungen, die die Kriminalpolizei Schweinfurt übernommen hat.