War die am 23. März geplante Stadtratssitzung wegen der Corona-Krise ausgefallen, so hatten sich jetzt doch so viele notwendige Entscheidungen angehäuft, dass eine Sitzung anberaumt wurde. Nach den Parkplätzen am Bahnhof (wir berichteten) ging es zunächst um die Ortsnetzverkabelung in Brünn. Dort werden die Freileitungen abgebaut und Erdleitungen verlegt. Auch die Breitbandkabel kommen unter die Erde, die Dachständer werden abgebaut. Für die neue Straßenbeleuchtung hatte Bayernwerk der Stadt ein Angebot unterbreitet. Das Geld sei in den Haushalt einzustellen, sagte Bürgermeister Helmut Blank (CSU). Diskussionsbedarf dazu gab es nicht.

Leerrohre einbringen

In Reichenbach sollen in Zusammenhang mit dem Straßenbau Leerrohre mit eingebracht werden, in denen später Glasfaserkabel verlegt werden können. Die vorgestellte Strecke umfasste die Ortsdurchfahrt von Münnerstadt kommend bis zum Ortsausgang nach Burglauer, aber auch die Strecke vom Sonnenhof bis zum Ortseingang. Ob wirklich alles nötig sei, wollte Michael Kastl wissen. Es komme ja darauf an, von wo das Kabel kommt, meinte Andreas Trägner (Freie Wähler) dazu. Nun werden die Rohre erst einmal innerorts verlegt; vom Sonnenhof bis zum Ortseingang soll das im Zuge des Ausbaus der Kreisstraße erfolgen.

Fenster austauschen

Einem Antrag auf den Austausch von Holzfenstern in Kunststofffenster und weiterer Umbauten an einem Haus in der Altstadt, die nicht der Gestaltungssatzung der Stadt Münnerstadt entsprechen, stimmte der Rat ausnahmsweise zu. Das Gebäude ist erst in den frühen 1970er Jahren gebaut worden und nicht von historischer Bedeutung.

Bestätigt hat der Stadtrat einstimmig den Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Kleinwenkheim, Marco Gessner und seinen Stellvertreter Andreas Göbel. Zuschussanträge der Jagdgenossenschaft Großwenkheim (Aufschotterung eines städtischen Feldweges), der Altrechtlichen Waldkörperschaft Großwenkheim (Aufschotterung eines Waldweges) und der Katholischen Kirchenstiftung Großwenkheim (Pfarrkirche) wurden vom Gremium bewilligt.

Eigentlich wollte die Stadt einen Liquidator für das bereits am 31. Dezember 2017 aufgelöste Kommunalunternehmen "Kultourismus im Schloss" bestellen. Das sei beispielsweise bei einer GmbH und Co. KG möglich, sagte der geschäftsleitende Beamte, Stefan Bierdimpfl. Wie der Bayerische Kommunale Prüfungsverband der Stadt mitgeteilt habe, sei dies aber nicht bei einem Kommunalunternehmen (KU) vorgesehen. Deshalb wurde das Thema erst einmal zurückgestellt. Der neue Stadtrat wird sich in einer der nächsten Sitzungen mit der Auflösung des KU beschäftigen.

Einvernehmen erteilt

Das gemeindliche Einvernehmen erhielten die Instandsetzung der Scheune am Heimatspielhaus (Umbau zur Kleinen Kulturscheune), die Aufstockung einer Doppelgarage in Münnerstadt und die Erweiterung einer Wohnfläche eines Hauses in Fridritt (drei Gegenstimmen).

Den von der CSU-Fraktion gestellten Antrag bezüglich der Bayerischen Gigabitrichtlinie erläuterte Fraktionssprecher Michael Kastl ein wenig genauer. Es gebe eine große Unzufriedenheit mit der bestehenden Leitung", sagte er. Nun sollte ein Fachbüro eingeschaltet werden, wobei eine detaillierte Prüfung der Ist-Situation vorzunehmen sei. Sollten die angegebene Bandbreite nicht zuverlässig geliefert werden, könnte das neue Förderprogramm in Anspruch genommen werden, was letztendlich Glasfaser bis ans Haus bedeute. Und so entstünde eine Wettbewerbssituation. Die Teilnahme am Förderverfahren wird jetzt geprüft.

Zugestimmt hat der Stadtrat noch einer Einbeziehungssatzung für zwei Grundstücke nahe dem Kreisel in Burghausen. Eine Familie möchte auf einem Grundstück dort bauen. Um eine eigene Bauleitplanung zu vermeiden, wird eine Einbeziehungssatzung angewendet, das Grundstück wird einfach in den Bebauungsplan der Nachbarn mit einbezogen.

Stadt ist im Boot

Und weil das zweite Grundstück in städtischer Hand ist, macht die Kommune auch gleich mit. "Ich begrüße das sehr", sagte Leo Pfennig (Freie Wähler). Es dürften der Stadt aber keine zusätzlichen Kosten für das private Grundstück entstehen. Diese müssen die Bauwerber tragen, hieß es. "Das sind zwei schöne Bauplätze", fand auch Bürgermeister Helmut Blank.