Er läuft 1800 Kilometer kreuz und quer durch Deutschland und verfolgt auf seinem Weg ein Ziel: einen Demonstrationszug für den Tierschutz. Malte Kleen ist vor 50 Tagen in Flensburg gestartet, östlich nach Schwerin abgebogen, hat einen Schlenker nach Nordrhein-Westfalen gemacht. Zwei Paar Socken später rennt er durch das Kulmbacher Land. Mittwoch hieß sein Etappenziel Burgkunstadt, am Donnerstag endete seine Tour in Wirsberg.

Der Vergleich mit Forest Gump hinkt vor allem aus einem Grund: Der Oldenburger trägt eine Botschaft mit sich durch Deutschland und diese offen auf seiner Brust: "Laufen gegen Leiden." Dabei handelt es sich um den ersten veganen Laufverein Deutschlands, der sich für Tierschutz einsetzt. Mit ihren wöchentlichen "Gute-Nacht-Läufen" unterstützen sie mit Spenden zum Beispiel Lebenshöfe für Tiere. Die Etappenziele hat er unter anderem nach den Wohnorten der Mitglieder ausgewählt, so auch Wirsberg.

Vegan mit Spitzenleistungen

Das ist auch Maltes Mission. Der 33-Jährige ernährt sich vegan und erteilt allen ewiggestrigen Gerüchten, dass eine vegane Ernährung nicht zu sportlichen Spitzenleistungen führen kann, eine Abfuhr. "Auf der ganzen Tour hatte ich keinen einzigen Schwächeanfall." Ganz im Gegenteil: Er fühlt sich fit. Allein die Schultern leiden etwas unter dem Rucksack mit Minimalausstattung.

Er ist natürlich trainiert: Bevor er am 6. August gestartet ist, hat er mehr als vier Jahre Lauferfahrung. Er begann mit einem Halbmarathon, zog mit einem Marathon hinterher und irgendwann umrundete er Oldenburg. Auf seiner Deutschland-Tour, die am 4. Oktober, dem Welttierschutztag, in Augsburg endet, legt er pro Etappe etwa 30 Kilometer zurück. Was ihn an Franken gefällt? "Die Wälder, Steigungen und Gefälle." Der höchste Berg bei Oldenburg ist 23 Meter hoch. sün