von unserer Mitarbeiterin 
Mariell Dörrschmidt

Kronach — Claudia Merkels ganz persönliches Schützenköniginnenjahr begann am 18. August 2013.
Sie erinnert sich an den Tag ihres Volltreffers zurück: Nach drei Übungsschüssen durfte sie endlich auf die rote Scheibe zielen. Sie hatte bereits eine Art Vorahnung, ein gutes Gefühl, dass sämtliche Aufregung schwinden ließ. Auch die Schießdienstaufsicht habe sogleich festgestellt: "Super Schuss, du bist bestimmt die neue Schützenkönigin!" Nachdem auch in den folgenden fünf Stunden keine ihren Treffer überbieten konnte, stand die Siegerin fest.
Schon immer war der Titel ein Traum der Kronacherin, umso mehr freute sie sich über den überraschend guten Schuss.
"Trotz mangelnder Übung habe ich tatsächlich getroffen", sagt die Königin lachend. Denn tranieren können habe sie dafür leider nicht. Außerdem gesteht sie: "Mir fehlt nach der Arbeit leider oft das ruhige Händchen."
Aber wahrscheinlich kam ihr genau diese lockere Herangehensweise zugute, die sie schließlich zum Sieg führte.

Orientalische Klänge

Beim traditionellen Königsessen wurde dann, zusammen mit den Schützenschwestern und bei heiterer Stimmung und Bauchtanz, ihr Jahr als Schützenkönigin eingeläutet. Was die Wahl der Tanzeinlage schon vermuten lässt, stellt sich als große Leidenschaft der Schützin dar. "Der Orient war immer meins!", sagt Claudia Merkel strahlend.
Wie ein roter Faden zieht sich die Liebe zum Orient durch die Gestaltung ihrer Plakette und der Schützenscheibe. Ausschlaggebend sei ein Urlaub im Morgenland gewesen, der sie so fasziniert habe, dass sie in den folgenden Jahren dorthin immer wieder zurückgekehrt ist. "So wurde die Plakette nicht rund, sondern dreieckig, wie eine Pyramide", erklärt die Schützenkönigin. Auch ihre Schützenscheibe folgt dem Motiv des Orients. Diese hat ihre Schützenschwester Ute Wittig in Acryl auf Holz gemalt. "Besonders ist hierbei, dass die Scheibe nicht rund, sondern viereckig ist", erklärt Claudia Merkel. Zudem habe sie selbst die Silhouette der Festung Rosenberg im Sonnenuntergang gemalt, welche Ute Wittig dann als Vorlage in ihrer Scheibe verarbeitete. Umrahmt von einer aufwendig gestalteten, orientalischen Tür, ist im Hintergrund die Festung zu sehen. Davor sind links die Pyramiden von Gizeh und rechts die Mandara Seen - Orte, an die die Kronacherin oft zurückdenken muss: "Der Gedanke daran ist für mich wie Meditation." Auch ihre Lieblings tiere, die Kamele, schmücken den Hintergrund. Ein Weg verbindet ihre Heimat mit dem Orient, wo sich im Vordergrund eine Tänzerin befindet. "Ich habe selbst viele Jahre Bauchtanz gemacht, die Tänzerin hab ich mir gewünscht", freut sich Merkel über die gelungene Ausführung.
Ein wichtiges Detail durfte natürlich auch im Orient nicht fehlen - ein traditionelles Karussellpferd, als Anspielung auf das Freischießen. Somit gelingt es, Leidenschaft und Hobby mit der Heimat Kronach zu kombinieren.
Und genau so, wie die Sonne in ihrem geliebten Orient, geht auch das Herz der Schützenkönigin auf, wenn sie an das diesjährige Freischießen denkt. "Es ist was Einmaliges!", freut sich die Schützenkönigin, die ihren Erfolg nicht missen möchte.

Ein Highlight im Jahr

Für sie und ihre Liebsten, die sie tatkräftig unterstützen und begleiten, sei schon immer das Kronacher Schützenfest ein Highlight im Jahr gewesen. Doch dieses Jahr ist die Vorfreude natürlich besonders groß und sie kann es kaum erwarten, an ihrem Stammplatz dieses Jahr als Schützenkönigin zu sitzen: "Mein Freischießen ist mir das Liebste im Jahr!", sagt Claudia Merkel glücklich.