Am Sonntag, 17. April, um 14 Uhr wird Pfarrer Andreas Sauer von Dekan Hans-Martin Lechner offiziell in sein Amt als Lonnerstadter Pfarrer eingeführt. Zum Empfang im Gasthaus Zur Sonne ist die Gemeinde danach eingeladen. Nach mehr als 30 Jahren im kirchlichen Dienst tritt Andreas Sauer in Lonnerstadt seine vierte Pfarrstelle an. Der fünffache Vater wurde in Bamberg geboren und wuchs in Küps im Landkreis Kronach in einem Pfarrhaus auf. Er studierte Theologie in Neuendettelsau, München und Erlangen. In der letzten Woche zog der 56-Jährige mit seiner Frau und der ältesten Tochter in seine neue Heimat, das Pfarrhaus von Lonnerstadt.

Wie sind Sie nach Lonnerstadt gekommen?
Andreas Sauer: Ich habe mich nach einer neuen Stelle umgesehen. Da ich mich mit den ländlichen Regionen unserer Landeskirche sehr verbunden fühle, habe ich mich auf die Pfarrstelle in Lonnerstadt beworben. Es folgten einige Gespräche, und ich konnte mir auch vor Ort einen ersten äußerlichen Eindruck verschaffen. Mir gefällt die volkskirchliche konservative Prägung der Gemeinde. Nachdem sich der Kirchenvorstand auch einverstanden erklärt hat, stand die Entscheidung am 30. Oktober fest.

Wie ist Ihr Eindruck nachdem Sie einige Mitglieder kennenlernen konnten?
Die Menschen sind sehr aufgeschlossen und freundlich. Sie sind gleich zu einem kurzen Gespräch bereit. Meine Begegnungen waren angenehm und persönlich.

Haben Sie schon konkrete Pläne für Ihre Tätigkeit in Lonnerstadt?
Mein Anliegen ist zunächst die Grundversorgung der Gemeinde mit all den Tätigkeiten, die von einem Pfarrer verlangt werden. Ich sehe die Gemeinde nicht als meine Spielwiese, sondern möchte sie, ihre Mitglieder, Strukturen und Angebote in Ruhe kennenlernen. Mir ist der persönliche Kontakt zu den Menschen sehr wichtig - in Freud und Leid. Ich möchte der Seelsorger der Gemeinde sein. Dafür muss zunächst Vertrauen entstehen.

Wie würden Sie sich als Pfarrer beschreiben?
Ich bin ein lutherischer Theologe, der den Menschen unserer Zeit die Grundlagen Luthers näherbringen möchte. Ich habe den Eindruck, dass das in den letzten Jahren insgesamt zu kurz gekommen ist und besonders im Hinblick auf das Reformationsjubiläum 2017 sollte man neu darüber nachdenken und entsprechende Konsequenzen ziehen. Ich bin sehr gern Pfarrer und sehne mich nicht nach dem Ruhestand. Der stellt für mich noch längst kein Thema dar.

Wie sehen für Sie die Konsequenzen aus, die aus der Lehre Luthers gezogen werden müssen?
Es ist zum Beispiel wichtig, sich dessen bewusst zu werden, wo der evangelische Gottesdienst seine Wurzeln hat. Auch im Konfirmanden- und Präparandenunterricht sollen den jungen Erwachsenen auf einem adäquaten geistlichen Niveau die Grundlagen des Glaubens und der Theologie Martin Luthers vermittelt werden. Dazu gehört auch der Kleine Katechismus. Es geht mir nicht um bloßes Auswendiglernen, sondern um das Aneignen und Verstehen. Auch wenn es anstrengend sein kann, sie sollen etwas mitnehmen und der Unterricht soll ihnen keine Zeit stehlen.

Womit verbringen Sie gern ihre Freizeit?
Meine Frau und ich fahren gern Fahrrad. Ich bin auch viel mit meinem Motorrad unterwegs, also kann es gut sein, dass man mich auf der Straße entdeckt.

Die Fragen stellte Tina Meier.