Unter Beachtung aller aktuellen Vorsichtsmaßnahmen hielt das Linksbündnis Haßberge seine Jahresversammlung ab. Auf der Tagesordnung stand die Neuwahl des Vorstandes, nachdem Sabine Schmidt (Sand) zum 1. Januar 2021 aus persönlichen Gründen den Kreis Haßberge verlässt und damit auch ihr Kreistagsmandat niederlegt. Für das Linksbündnis bedeutet das einen herben Verlust, da Sabine Schmidt neun Jahre das Linksbündnis konsequent und mit viel Herzblut im Kreistag vertreten habe, hieß es bei der Versammlung laut einer Pressemitteilung des Linken Bündnisses Haßberge.

Bei der Neuwahl des Vorstandes gab es folgendes Ergebnis: Als Vorstand wurde Thomas Dietzel bestätigt. Neu hinzu kam Doris Graetzsch. In den erweiterten Vorstand wurde Reinhold Schütz aus Sand neu berufen. Bestätigt wurden Petra Tempert aus Haßfurt und Ernst Hümmer aus Junkersdorf.

In der Diskussion setzte sich das Linke Bündnis Haßberge Schwerpunkte, wobei der Erhalt der Haßberg-Kliniken in öffentlicher Hand eines der wichtigsten Ziele sei. Auch herrschte Einigkeit darüber, die Arbeitsbedingungen - nicht nur im Haßbergekreis - unter anderem in den Pflegeberufen, im medizinischen Bereich, bei Verkäuferinnen und Reinigungskräften zu verbessern. Denn durch die Coronakrise sei deutlich geworden, dass "allein Klatschen auf dem Balkon gut gemeint sein mag, aber wenig helfe", meinte Sabine Schmidt.

Den Flugplatz hinterfragen

Sozusagen ein Dauerbrenner im Haßbergekreis ist der Verkehrslandeplatz in Haßfurt. "Ein Fass ohne Boden, wie es scheint", meinte Thomas Dietzel mit Blick darauf, dass die Stadt Schweinfurt aus der Flugplatz GmbH aussteigt. Es könne nicht sein, dass finanziell potente Nutzer die Vorteile des Flugplatzes zwar nutzen, die Verluste aber die Allgemeinheit zu tragen habe. Es müsse eine gründliche Bestandsaufnahme der weiteren möglichen Entwicklung erfolgen und nach Lösungen gesucht werden. Denn wenn - wie erst kürzlich der Presse zu entnehmen war - der Verkehrslandeplatz für ADAC, Staatsministerium und andere Institutionen so wichtig sei, sollten diese finanziell eher üppig ausgestatteten Instanzen ihren Beitrag zum Erhalt des Flugplatzes leisten, so dass es zu keiner finanziellen Schieflage mehr komme. Auch stelle sich die Frage, ob das, was private Investoren mit dem Flugplatz eventuell beabsichtigten, nicht auch vom jetzigen Betreiber geleistet werden könne. Denn ein privater Einstieg sei ja wohl nur zu erwarten, wenn er profitabel sei und weniger aus purer Menschenfreundlichkeit. Es gelte also, so die Linken, alle Möglichkeiten offenzulegen und nach Wegen zu suchen, die bestehende Misere zu beenden. Schließlich könne der Kreistag ein Zeichen setzen, wenn er seinen bisherigen Beitrag zur Erhaltung des Verkehrslandeplatzes - auch wenn es in diesem Falle nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist - den Pflegekräften in den Einrichtungen des Kreises als Anerkennung für deren Arbeit in der Coronakrise zur Verfügung stellt.

Des Weiteren bestand in der Versammlung der Wunsch, sich weiter mit dem Thema "Rassismus" auseinanderzusetzen. red