An diesem Wochenende starten die Klubs im Fußball-Spielkreis Coburg/Lichtenfels/Kronach in den Ligapokal, der die Gelegenheit bietet, den Aufstieg in die nächste Liga zu verwirklichen. Ob der Wettbewerb überhaupt in seiner ursprünglich geplanten Form ausgetragen werden kann, steht aufgrund der Corona-Situation allerdings in Frage.

Es ist das Thema, das in den vergangenen Wochen an den Fußball-Stammtischen Hochkonjunktur hatte. Der Bayerische Fußball-Verband hatte den zusätzlichen Wettbewerb ins Leben gerufen, um die auf zwei Jahre ausgedehnte Saison 2019/20/21 mit Spielen auszufüllen.

Dass nun aufgrund des Ligapokals auch noch Mannschaften der Aufstieg ermöglicht wird, die im Niemandsland oder gar im Tabellen-Souterrain ihrer Liga unterwegs sind, sei ein harter Schlag gegen die sportliche Fairness, heißt es in einigen Online-Kommentaren.

"Ich bin für den Ligapokal"

"Ich bin für den Ligapokal, da die Saison für viele Vereine sonst ab einem gewissen Zeitpunkt keinen sportlichen Reiz mehr hätte", äußert sich Johannes Fischer, Trainer des TSV Staffelstein. "Wir selbst sind das beste Beispiel. Wir werden mit Aufstieg und Abstieg nichts mehr zu tun haben, daher freuen wir uns auf den Ligapokal."

"Ich möchte es unbedingt vermeiden, dass wir bis nächstes Jahr im Sommer nur Spiele ohne echten Wettkampfcharakter haben", sagt der Staffelsteiner Trainer Fischer, der im Ligapokal mit seiner Mannschaft möglichst weit kommen wolle. Die für Sonntag angesetzte Begegnung des TSV wurde gestern allerdings vom Gast aus Pfarrweisach abgesagt. Da Staffelstein in einem Landkreis mit einem Sieben-Tage-Inzidenzwert von über 50 liegt, zogen die Pfarrweisacher die Option des BFV (siehe nebenstehenden Artikel) auf Spielverlegung, teilte der Staffelsteiner Abteilungsleiter Bernd Potzel mit.

In der Kreisliga wurden die Teams in acht Gruppen zu je drei oder vier Mannschaften eingeteilt, auf Kreisklassen-Ebene sind es deren 16. Bei den Kreisklassen war eine Doppelrunde mit Hin- und Rückspiel geplant. Aufgrund der pandemischen Situation wurde diese Idee allerdings verworfen.

Am zweiten März-Wochenende soll es mit den Achtelfinalspielen weitergehen. Hierfür müsste für die Kreisklassen und A-Klassen aufgrund der hohen Teilnehmerzahl allerdings noch eine Zwischenrunde eingeschoben werden. Fällt diese weg, müssten die 16 Teams via Quotientenregel ermittelt werden. Die Finalspiele sind für das erste Mai-Wochenende geplant. Ab dem Achtelfinale wird im K.-o.-Modus gespielt.

Ob der Ligapokal den Vereinen nun einen Mehrwert bietet oder nicht, liegt letztlich im Auge des Betrachters. Das ganze Konstrukt steht aufgrund der aktuellen Corona-Situation auf äußerst wackeligen Beinen. Auf Offiziellen-Seite kommt ebenfalls Skepsis auf. "Ich habe meine Zweifel, ob dies aufgrund der Entwicklungen so durchzuführen ist", erklärt der Ligapokal-zuständige Norbert Schülein.

In den A-Klassen haben folgende Teams aus dem Landkreis Coburg bereits ihre Teilnahme zurückgezogen: TSV Heldritt II, die TSG Creidlitz, die SG Bertelsdorf/Arabesque, die Coburg Locals II, die SG Eicha II/Scheuerfeld II, die DJK/TSV Rödental II, der SV Türk Gücü Neustadt II, die SG ASV/TBVfL Neustadt, die TSSV Fürth am Berg II und die SG Gestungshausen/Hassenberg, der TSV Unterlauter II und der TSV Untersiemau. aoe/us