Elfriede Eckle beendete jetzt ihren dritten Roman. In "Am Fluss bei den gelben Lilien" sind wieder Gräfenholz und der Baunachgrund der Schauplatz und Vorlage für das Geschehen. Die Autorin verbrachte hier ihre Kindheit.
Sie ist sehr eng mit dem Rentweinsdorfer Gemeindeteil und dem Baunachgrund verbunden, die Buchautorin Elfriede Eckle. Einen Großteil ihrer Kindheit und Jugend verbrachte sie hier. Derzeit wohnt die Autorin in Horb/Baden-Würtemberg. Die 1939 in Nürnberg geborene Elfriede Eckle studierte in Erlangen und Tübingen Anglistik und Romanistik und war anschließend als Lehrerin, Übersetzerin und Dolmetscherin tätig.
Die bisherigen Buchveröffentlichungen sind "Die poetische Darstellung veränderter visueller Wahrnehmung im Zeitalter der Technik", eine vergleichende Analyse von Bildern aus Gedichten des englischen Lyrikers Craig Raine, und die beiden Romane "Als Julia mir das Pelzchen gab" und "Die Bäume weinen um Regen". Aus Letzterem, der ein Sittenbild dörflichen Lebens vor allem während der Zeit des Nationalsozialismus zeichnet, las die Autorin im März 2015 mit großen Erfolg im Rentweinsdorfer Marktsaal. Im Mittelpunkt steht hier die Bürgermeistersehefrau Doreth Andres in Sendelbach und Gräfenholz.
Nun ist der dritte Roman von Elfriede Eckle im Verlag Ines Neumann Heidenau bei Dresden erschienen. "Am Fluss bei den gelben Lilien" lautet der Titel des Romans.
Er zeichnet ein Bild vom Dorf Gräfenholz und dem Baunachgrund im letzten Kriegsjahr 1944/45. Die Menschen sehen dem Ende entgegen. Die meisten mit Schrecken, einige wenige mit Hoffnung auf eine Befreiung. Zu den Letzteren gehört Doreth, die Bürgermeisterswitwe. Als es so weit ist und die Amerikaner einmarschieren, sitzen alle im selben Boot. Die Einheimischen wie die Ausgebombten, die Kriegsheimkehrer, die Flüchtlinge, die Zwangsarbeiter und die ehemals Verfolgten, alle, die der Krieg in das kleine Dorf an der Baunach verschlagen hat. Symbol für diesen Neuanfang ist das selbst gebaute Boot, mit dem die Kinder den Fluss hinunterfahren. Bei dem Roman handelt es sich um eine einfühlsame Erzählung, in deren Mittelpunkt die zarte Liebesgeschichte der russischen Zwangsarbeiterin Marija und dem deutsch-amerikanischen Besatzungssoldaten Joe steht. Den Hintergrund bildet die bis heute unveränderte, einzigartige Auenlandschaft des Baunachgrundes. Der Umschlag des Romans wurde gestaltet nach einem Aquarell des damaligen bekannten Reckendorfer Arztes Dr. Noll. Das Bild befindet sich im Besitz der Autorin und stellt den überfluteten Baunachgrund im Februar 1945 dar, mit Blick auf Gräfenholz und die Mühle im Vordergrund.