Mit den Bestrebungen der BayWa r.e. Solar Projects GmbH, eine Tochter der BayWa AG mit Sitz in München, einen zehn Hektar großen Solarpark in der Umgebung von Spiesberg zu errichten, hatte sich bereits der Gemeinderat von Altenkunstadt befasst. Jetzt meldeten sich auch die betroffenen Einwohner zu Wort.

Ein Solarpark im Umfeld von Spiesberg, dies ist derzeit ein Thema in dem Altenkunstadter Gemeindeteil, das die Einwohner wie seit langem nicht mehr bewegt. Deshalb hatten sich die 86 Mitbürger (61 Erwachsene , 25 Kinder ) des Ortsteils in Eigeninitiative auch entschieden, eine Bürgerbefragung durchzuführen. Ermittelt wurden dabei 67 Unterschriftsberechtigte, wovon sich 53 gegen den Solarpark entschieden. „Ja zu unserer idyllischen Heimat – nein zum geplanten Solarpark Spiesberg“ lautet dabei die Devise. Jetzt wurde diese Unterschriftenliste ganz offiziell im Rathaus von Altenkunstadt an Ersten Bürgermeister Robert Hümmer übergeben.

Die Betroffenen verdeutlichten dabei, dass sie mit dem rund zehn Hektar großen Solarpark nicht nur wertvolle landwirtschaftliche Flächen verloren gingen, sondern damit auch ein Stück der beschaulichen Landschaft für immer verschwinden würde. Denn die Solarpanelen wären von allen Seiten sichtbar – auch von den Einwohner von Spiesberg selbst, insbesondere jenen in den vielen Häusern, die am Hangbereich liegen. Selbst durch eine Begrünung, wie Andrea Bornschlegel anmerkte, würde das ganze Dorf seinen immer so positiv erwähnten ländlichen Charme verlieren und die Lebensqualität der Einwohner stark beeinflussen. Nicht erst seit der Corona-Pandemie, sondern seit vielen Jahren schon – darauf wurde ebenfalls hingewiesen – finde Spiesberg mit seinem Umfeld, nicht weit vom Külmitz, dem Eulenberg und dem Kordigast entfernt, bei vielen Spaziergängern, Radfahrern und Urlaubsgästen Anklang und die vorhandenen Wanderparkplätze würden zunehmend stärker frequentiert.

Dabei sei es auch keineswegs so, dass Spiesberg womöglich in einer Tallandschaft oder Nische liege, sondern ein derartiges Projekt einen massiven Eingriff in das gesamte Landschaftsbild bedeute. Viele Nachkommen, beispielsweise im Rahmen der Erbregelungen, möchten weiterhin im Ort wohnen und sich an ihrer Heimat erfreuen, so der Tenor. Man sei auch nicht gegen Solaranlagen , dies verdeutlichte die Spiesberg-Delegation bei ihrem Rathausbesuch ebenfalls, nur gegen diese Art der Ausführung, und es sei auch absurd, einen alten Militärflughafen in diesem Zusammenhang als Vergleich zu nennen. Der abschließende Appell galt dem Gemeinderat von Altenkunstadt , eine langfristige Strategie auch hinsichtlich der Energiewende zu entwickeln, wobei diese allerdings nicht nur auf Kosten einzelner Ortsteile gehen dürfe.

Bürgermeister Hümmer nahm die Unterschriftenliste entgegen und sicherte gleichzeitig zu, diese auch dem Gemeinderat von Altenkunstadt zur Kenntnis zu geben. Allerdings bat er auch um Verständnis dafür, dass es Klimakonzepte geben müsse und zur Energiewende jeder seinen Beitrag zu leisten habe.