Die Kardinäle Friedrich Wetter und Reinhard Marx sind Persönlichkeiten in der katholischen Kirche Deutschlands. „Auf Landesversammlungen des katholischen Männervereins Casino lernte ich sie kennen und führte mit ihnen geistig anregende Gespräche über den christlichen Glauben“, erinnert sich Josef Schießl im Gespräch mit dieser Zeitung.

Der 74-Jährige ist seit 30 Jahren das Gesicht des Altenkunstadter Männervereins Casino, der sich die Verbreitung des christlichen Glaubens und die Erwachsenenbildung auf seine Fahnen geschrieben hat. Am Dienstagabend strahlte er über das ganze Gesicht, als ihm Bürgermeister Robert Hümmer ( CSU ) in einer Festsitzung des Gemeinderates die Gemeindemedaille an die Brusttasche heftete.

Anschließend schweifen seine Gedanken zurück in seine Kindheit, wo ihn seine Mutter Appolonia mit folgenden Worten ermuntert hatte, sich für andere zu engagieren: „Mach’s mir, den anderen oder Gott zuliebe. Irgendwann wird es Dir mal gedankt.“ Viele Jahrzehnte später, an einem lauschigen Frühlingsabend, erfüllt sich ihre Prophezeiung. Von 1998 bis 2015 hatte Schießl die Geschicke des Vereins geleitet, der ihn 2018 ob seiner Verdienste zum Ehrenvorstand ernannte.

Der christliche Glaube war und ist für den 74-Jährigen ein wichtiger Anker im Leben, der ihm Halt und Hoffnung schenkt, der ihm aber auch den Zusammenhalt in der Gemeinschaft und das friedliche Miteinander spüren lässt. Im Pfarrgemeinderat engagierte sich Schießl zehn Jahre, davon fünf Jahre als Ökumenebeauftragter. Zwei Jahrzehnte sang er inbrünstig im katholischen Kirchenchor. Auch außerhalb der katholischen Kirche hinterlässt der Altenkunstadter Spuren ehrenamtlichen Wirkens. In der freiwilligen Feuerwehr war er 40 Jahre aktiv und seit 1972 als Wahlhelfer tätig. In seinem Geburtsort Mainroth spielte Schießl 25 Jahre bei der Blaskapelle Klarinette.

Das Ehrenamt im Blut haben auch die anderen vier Geehrten, die ebenfalls mit Medaillen, Ehrennadeln und Geschenken bedacht wurden. Bürgermeister Robert Hümmer würdigte in seiner Festansprache das bürgerschaftliche Engagement der verdienten Mitbürger. „Jeder, der sich entschließt, zu seinen alltäglichen Aufgaben sich für das Gemeinwohl einzusetzen, bringt die Gesellschaft voran und leistet damit einen Beitrag für ein menschliches Miteinander“, sagte er.

Zu den Angesprochenen zählte Stefanie Deuerling aus Zeublitz, die 1971 den katholischen Frauenkreis mit aus der Taufe gehoben hatte. Von 1998 bis 2022 war sie Mitglied im Pfarrgemeinderat. Der Bürgermeister hob in seiner Laudatio ihr vielseitiges Talent als Komödiantin beim Frauenkreisfasching, Kirchweihköchin in Zeublitz und als Krapfenbäckerin hervor.

Der katholische Kirchenchor ist die Heimat von Maria Winkler aus Woffendorf, wo sie seit 54 Jahren aktives Mitglied ist. Seit 1990 dirigiert sie die Sängerschar. Zudem engagiert sich Winkler als Lektorin im Seniorenzentrum St. Kunigund. „Schön wäre es gewesen, wenn mein Mann diesen Abend noch hätte miterleben können“, sagte die Ehefrau des kürzlich verstorbenen Gemeinderates Ludwig Winkler.

Ob als Kolonnenführer, Bereitschaftsleiter oder als Mitarbeiter im Blutspendedienst – seit einem halben Jahrhundert schlägt das Herz von Reinhold Hüttner für das Bayerische Rote Kreuz . Darüber hinaus lenkt der Altenkunstadter die Geschicke des VdK-Ortsverbandes.

Ein Freund der Musik ist Robert Wilm aus Obersdorf. Seit 1970 übernimmt er als Vorsitzender des Gesangvereins Lyra Verantwortung. In dieser Zeit organisierte er zahlreiche Jubiläen. Seit 50 Jahren ist Wilm Mitglied in der DLRG Burgkunstadt, wo er seit drei Jahren als Schwimmausbilder für drei Grundschulen wirkt.

Mit der Ehrenmedaille wurden drei Gemeinderäte ausgezeichnet, die seit mehr als 20 Jahren in dem Gremium verdienstvoll wirken und derzeit Fraktionsvorsitzende sind. Hümmer würdigte das ruhige und ausgeglichene Wesen von Maximilian Deuber von der Freien Wähler Gemeinschaft (FWG), den Ideenreichtum von Karlheinz Hofmann ( SPD ) und die freundliche und verbindliche Art von Hans-Werner Schuster ( CSU ). Alle Geehrten trugen sich ins Goldene Buch ein. Roland Schöps umrahmte die Feier musikalisch, die aufgrund eines Wasserschadens von der Synagoge in das Pfarrjugendheim verlegt worden war.