Baiersdorf / Altenkunstadt —  Unter den coronabedingten Ausfällen von Advents- und Weihnachtsmärkten leiden auch die zwischenmenschlichen Kontakte. Auch den Bürgern in Baiersdorf bei Altenkunstadt fehlte in diesem Jahr ihre alljährliche Dorfweihnacht, die in den Räumen und außerhalb des „Fränkischen Hofes“ abgehalten wurde, sehr. Es gibt jedoch Menschen, die sich damit nicht zufrieden geben. Der Baiersdorfer Wirtin Simone Seidel liegen besonders die Befindlichkeiten älterer Menschen am Herzen und so kam ihr die Idee, Weihnachten zu den Senioren zu bringen.

Mit zwei kleinen Freundinnen wollte sie als Weihnachtsengel in ihrem Umfeld Menschen erfreuen. Einen Engel, ob Weihnachtsengel oder Schutzengel, benötigt in der Corona-Pandemie jeder. Und so trafen die Mädels Maja und Leni im „Fränkischen Hof“ ein, um sich als stilechte Engel zu präsentieren.

In der Kinderkapelle unterhalb von Vierzehnheiligen hatten sie ein Weihnachtsbäumchen aufgestellt. Dies wurde wieder abgeholt, um damit jemanden zu erfreuen. In Vierzehnheiligen selbst erhielten die kleinen Engel Kerzen von den Patres, um diese bei ihren Besuchen zu verschenken.

Fenster öffneten sich und die Menschen waren von dem himmlischen Besuch im maschinell erzeugten Schneegestöber sehr berührt. „Maja und Leni, die beiden Baschdoffer Weihnachtsengel , waren auf der Welt richtige Bengel. Doch haben sie aus der himmlischen Werkstatt etwas mitgebracht, was sicherlich große Freude macht“, kündigte der erwachsene Engel (Simone Seidel) seine beiden Begleiterinnen an. Da war zunächst einmal ein anmutiges Gedicht der beiden. „Wir wünschen dir für diesen Advent einen Engel, der deinen Namen kennt. Einen Engel, der schützend hinter dir steht und dich hält, wenn der Winterwind stärker mal weht. Einen Engel, der deine Welt heller macht und über dich und dein Leben wacht.“

Danach gab’s Kerzen, Erinnerungskärtchen und eine kleine Nascherei. Und besonders der älteren Dame aus dem Altenkunstadter Stadtgebiet, die das Weihnachtsbäumchen erhielt, standen vor Rührung die Tränen in den Augen.

Die Freude über die himmlische Überraschung war überall groß und spürbar. Die drei schafften es auf ihre ganz eigene Art und Weise, Wärme in die Herzen zu bringen. Dass es den beiden kleinen Engeln ebenfalls sehr viel Spaß machte, wurde in Weismain deutlich. Dort ließ eine Frau nach dem Engelsbesuch dem lieben Gott ausrichten, dass sie noch länger auf der Welt bleiben möchte. Als sie weiterzogen, sagten die beiden Engelchen zueinander: „Alle haben es noch nicht begriffen, dass wir keine echten Engel sind.“

Überall war ein Besuch der beiden Vierjährigen leider nicht möglich, aber wo sie auftauchten, haben sie Weihnachtsfreude erlebbar gemacht.