von unserem Mitarbeiter Markus Häggberg

Bad Staffelstein — 9.55 Uhr, noch fünf Minuten bis zum Gottesdienst. Ein Mann zwickt sich eine Bierbank unter den Arm, derweil die Bläser Pachelbels Kanon in D-Dur proben. Er geht die leichte Anhöhe hinter der Adelgundiskapelle entlang, die in Richtung rückwärtig-südlichem Teil führt. Bald tragen zwei weitere Männer eine weitere Bierbank hinterher. Man bleibt im Freien bei diesem schon seit Jahren beliebten Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt.
Es stehen hier nur Bierbänke auf der Wiese und eine Frau, auf einer solchen sitzend, rät ihrer Nebenfrau im Scherz: "Lilly, jetzt boller bloß net um." Rund 180 Gläubige erlebten eine lichte und ermutigende Stunde. Christi Himmelfahrt ist im Kirchenjahr der wohl passendste Anlass für eine luftig-optimistische Andacht. Er ist eine Tradition zweier evangelischer Gemeinden, so heißt es auf Nachfrage bezüglich dieses schon mehrfach zu Himmelfahrt stattgefundenen und in das Programm der Kurseelsorge aufgenommenen Gottesdienstes auf dem Plateau.
Und es gibt sogar einen Shuttle-Bus-Service. Besagte Gemeinden sind die Bad Staffelsteiner und die Zapfendorfer. Sie stellten mit Sabine Schmid-Hagen und Kornelius Holmer auch die Pfarrer. Die Begriffe, mit denen sie in ihren Andachten arbeiteten, lauteten auf Freimachen und Fröhlichkeit.
Und auch die Musik selbst feierte das Leben und die Natur. "Wie lieblich ist der Maien", "Geh aus, mein Herz und suche Freud" oder "Freuet euch der schönen Erde" wurden begeistert mitgesungen. Anteil an dieser Stimmung hatte auch der Kirchenchor der evangelischen Gemeinde Bad Staffelstein. So fröhlich die Musik, so spiellaunig auch der von Heinz Fischer dirigierte gemeinsame Posaunenchor der Gemeinden Bad Staffelstein, Herreth und Zapfendorf. Zu diesen Bläsern gesellte sich auch Kornelius Holmer. "Der Himmelfahrtstag eröffnet eine Traumwelt", so Pfarrerin Sabine Schmid-Hagen. Sie hatte sich mit ihrem Amtskollegen bei der Lesung aus dem Alten Testament auf Daniels Traum in Babel verständigt. Am Ende dieses verworren und bedrohlich scheinenden Traumes "wechseln die Bilder zu Jesus - das Chaos ist zu Ende" und "Gottes Wille zum Leben" bestätigt. Versorgt mit dieser Aussage bei blühender Natur umher, gingen die Gläubigen in den Feiertag.