"Hokuspokus, eins zwei drei." Wo dieser Ruf erschallt, kann einer nicht weit sein: Kinderzauberer Markus Sperber. "Mit diesem Spruch unterstützen mich die Kleinen lautstark bei meinen Zaubershows", sagt der Magier vom Jura. Er ist zu einem Liebling der Kinder avanciert.

Das hat der 44-Jährige aus dem Weismainer Ortsteil Görau, der seit sechs Jahren zaubert, nun auch schriftlich. Bei einem Online-Voting wurde er zu Deutschlands beliebtestem Kinderzauberer gekürt. Auch im Landkreis Kulmbach ist Sperber kein Unbekannter. In der "Räuberhöhle" des Kinderhorts der Kulmbacher Awo, auf dem Kulmbacher Grünzugfest oder beim Sommerfest im Tierheim hat er schon Groß und Klein mit seinen Tricks verzaubert.

Das Publikum entscheidet

Im Zaubertheater Regensburg überreichte ihm jetzt Mentalist und Gedankenleser Marc Hagenbeck aus dem rheinlandpfälzischen Isenburg den "Hasini-Award". Zusammen mit dem Münsteraner Zauberer Tobias Müller hatte er die Auszeichnung ins Leben gerufen, die in diesem Jahr erstmals in mehreren Kategorien verliehen wurde.

Hier stimmt keine Jury aus Zauberern über Wohl und Wehe eines Magierkollegen ab, sondern das Publikum. Das ist für Sperber, der in einer Facebook-Gruppe von Gleichgesinnten auf den Wettbewerb aufmerksam wurde, das Tolle an dem Preis. "Das Urteil des Publikums ist mir am allerwichtigsten. Es zeigt mir, dass meine Kunst Anklang findet. Insofern ist der Preis für mich ein Gradmesser des Erfolges." Hunderte von Fans aus ganz Deutschland hatten über die sozialen Medien für Sperber gestimmt. Sogar aus dem fernen Tunesien - dem World Wide Web sei Dank - hatten Liebhaber der Zauberkunst dem Oberfranken ihre Stimme gegeben. Begeistert hatte er sie mit einem Video von einem Auftritt im unterfränkischen Karlstadt, das widerspiegelte, wie ausgelassen es bei seinen Shows zugeht.

Ein einfaches Rezept

Den Erfolg führt Sperber auf ein einfaches Rezept zurück. "Am Ende meines Auftritts dürfen sich die Kinder als Helden fühlen." Sie dürften mithelfen, ein grünes in ein rotes Tuch zu verwandeln.

Vor sechs Jahren hatte alles seinen Lauf genommen. "Meine Frau ist schuld daran, dass ich zaubere." Der Hobbymagier sagt das nicht mit vorwurfsvoller Miene, sondern mit einem Strahlen im Gesicht. "Sie hatte mir 2013 zum Valentinstag eine Eintrittskarte für eine Veranstaltung mit dem bekannten Zauberer Rudolf Konthur aus Obersdorf bei Hochstadt geschenkt. Ich war so fasziniert, dass ich beschloss, selbst Magier zu werden." Sperber entschied sich, Kinder zu verzaubern. Kinderzauberer gebe es nicht wie Sand am Meer, weil nicht jeder einen so guten Draht zu den Kleinen habe wie er, meint der Görauer.

Sein magisches Rüstzeug holte sich der Spätberufene bei den "Bamberger Zauberfreunden", die Mitglied im Magischen Zirkel von Deutschland sind. Alle 14 Tage trifft man sich zum Zauberstammtisch. "Natürlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit, denn schließlich sind unsere Tricks streng geheim." Seit Anfang dieses Jahres ist Sperber Vorsitzender des Vereins, der 1998 mit dem Stadtmarketing Bamberg das Festival "Bamberg zaubert" ins Leben gerufen hat.

Am 16. Juni 2013 hat er beim Jubiläumsfest des Modschiedler Kindergartens seine Feuertaufe bestanden. "Die Kinder waren begeistert von meinen Darbietungen." Doch dabei blieb es nicht. "Ich habe 50 bis 60 Auftritte im Jahr", erzählt der Görauer, der im nächsten Jahr sogar im Erfurter Zoo zaubern soll. Im Freibad wird er schon mal von einem Dreikäsehoch erkannt. "Dann hallt mir ein ,Schau mal, der Kinderzauberer‘ entgegen."

Kind klatscht nie aus Höflichkeit

Unterscheiden sich ein großes und ein kleines Zauberpublikum voneinander? "Sehr wohl", spricht aus Sperber die mehrjährige Erfahrung. Er beschreibt Kinder als viel reaktionsfreudiger und spontaner, weshalb er sie immer wieder in seine Aufführungen miteinbeziehe. Im Unterschied zu Erwachsenen würden sie nie aus Höflichkeit klatschen. "Wenn sie etwas schlecht finden, dann sagen sie es frei von der Leber weg", sagt der Hobbymagier, für den nicht Preise, sondern leuchtende Kinderaugen der größte Lohn sind.