Die Konzertbesucher erlebten in der ehemaligen Synagoge eine besondere Premiere. Der Marktzeulner Gitarrist Thomas Schaller spielte seine Kompositionen auf Instrumenten, die er selbst in seiner Werkstatt baut.

Er nennt sie Modell Ginkgo, ein Blatt dieses Baumes ziert das Griffbrett. Das Motto "Frisch aus der Werkstatt" konnte man förmlich riechen, als nach Konzertende die Besucher Gelegenheit hatten, die Instrumente aus der Nähe zu studieren. Sein neuestes Werk, eine "Grand Fingerstyle" mit Boden und Zargen aus geriegeltem Ahorn und Ebenholzeinfassung, hatte noch eine leichte Duftnote nach Lack, der auf Hochglanz poliert ist. Während des Konzerts gab der Musiker mit einer Präsentation einen Einblick in die Entstehung eines Zupfinstruments. Veranschaulicht wurden seine Ausführungen auch durch Hölzer und Werkzeuge für den Instrumentenbau. Dass die Instrumente nicht nur handwerklich und optisch aufgrund von filigranen und harmonischen Einlegearbeiten hervorragend sind, konnte das Auditorium während der musikalischen Vorträge hören. Die Gitarren füllten den voll besetzten Saal mühelos ohne jegliche Verstärkung. Dabei hatten die Instrumente jeweils eigenen Charakter. Gitarristen waren nach dem Konzert erstaunt über die Durchsetzungsfähigkeit der Stahlsaiten-Gitarren - sie überzeugen durch Farbigkeit, Ausgewogenheit im Klang und Reichtum an Obertönen.

Man darf gespannt sein, welche Instrumente demnächst in der Werkstatt des Musikers und Zupfinstrumentenmachers entstehen. Für den Zeulner ist es nach seinem Bekunden ein leidenschaftlicher Prozess, aus Holz ein klingendes Instrument in Handarbeit zu erschaffen. mah