Die Hotels sind seit Anfang November im besonderen Maße vom Lockdown betroffen. Nur noch Geschäftsreisen sind erlaubt. Deshalb kümmert sich Ehepaar Ulrike und Joachim Pfaff, Pächter des Badhotels im Staatsbad, aktuell alleine um die wenigen Gäste.

"Die Gäste buchen einfach nicht", sagt Ulrike Pfaff. Das wenige, was zu tun ist, erledigen die beiden selbst. Im Rahmen des Möglichen bieten sie Frühstück und Abendessen an. Nachdem der Sommer "nicht schlecht" gelaufen sei, beantragten die Betreiber für ihre 16 Mitarbeiter im November wieder Kurzarbeit.

Keine Geschäftsreisende

Nebenan im Schlosspark thront das erst vor wenigen Jahren sanierte Dorint Hotel und Spa. Das große Haus hat eine Auslastung, die "gegen null" geht. Das sagt Hotelchef Sven Näser. "Unsere Gäste sind normalerweise keine Geschäftsreisende", erklärt er. Die 85 Angestellten seien erneut in Kurzarbeit geschickt worden. Nur wenige Stellen, wie der Empfang, die Technik oder der Service, seien zeitweise besetzt.

Der Spa-Bereich sowie die Kosmetik müssen geschlossen bleiben. "Die Physiotherapie darf hingegen arbeiten", betont Näser. "Wir warten alle gespannt auf den 23. November, da sollen weitere Schritte beschlossen werden", fügt er hinzu.

Gewaltige Verluste

Für einen weiteren Hotelier aus der Region, der namentlich nicht genannt werden möchte, spielt hingegen keine Rolle, ob die Hotels im Dezember wieder öffnen dürfen. "Unsere Zielgruppe, die Senioren, buchen so oder so nicht", sagt er resigniert. Denn besonders ältere Leute seien aktuell vorsichtig, was das Reisen angeht.

Noch während des ersten Lockdowns im Frühjahr war Roland Kreuzer, Betreiber des Hotels zur Mühle, optimistisch. Nun äußert er sich nach über zwei Wochen des zweiten Lockdowns verhaltener als damals. Durch die geschlossenen Häuser entstünden "gewaltige Verluste". Die Zahl der Geschäftsreisenden sei zudem geringer als im Frühjahr. Trotzdem versucht er, optimistisch zu bleiben. "Mit dem Impfstoff kehrt hoffentlich wieder Normalität ein", sagt Kreuzer.

Gisela Ullmann vom Hotel Ursula betonte schon im Juni, dass die Silvestergäste besonders wichtig für das Haus seien. In dieser Zeit sei das Hotel normalerweise ausgebucht, sagt sie. "Wir wissen überhaupt nicht, wie es weitergeht", ergänzt sie entmutigt. Denn die finanzielle Hilfe vom Staat, das sind 75 Prozent vom vergangenen Novemberumsatz, helfe Ullmann überhaupt nicht.

Denn im November ist das Haus normalerweise geschlossen. "Nur in diesem Jahr wollten wir im November wegen der Schließung im Frühjahr offen lassen", erklärt sie. Einen Vorteil sieht Ullmann allerdings. Da sie Eigentümerin des Hauses ist, falle zumindest die Pacht weg. Trotzdem: "Wir haben alleine in diesem Jahr eine große Summe in das Haus investiert", so Ullmann. Woher das Geld kommen soll, wisse aktuell niemand.