Bei einem Vor-Ort-Termin begutachtete der Marktgemeinderat Oberthulba Lampen und Leuchten im Ortsteil Frankenbrunn. Hierzu begrüßte Bürgermeister Mario Götz auch Christine Pfaff von Bayernwerk. Nachdem Teile der Ortsbeleuchtung auf LED umgestellt worden sind, seien Hinweise und Anregungen seitens der Bürger gekommen, informierte Götz. Um Blendwirkungen zu vermeiden, habe man schon darauf reagiert und teilweise den Kippwinkel der Leuchten verändert.

"Aufgrund der engen Straßen lässt sich das Anstrahlen von gegenüberliegenden Hausfassaden nicht immer vermeiden", warf Pfaff ein. Sie ging auf die unterschiedlichen Masthöhen und auf die teilweise vorgeschriebenen Wattzahlen der Leuchten ein. Sie zeigte auch die Unterschiede von LED zur partiell noch vorhandenen alten Beleuchtung auf.

Der "Lichtverschmutzung" werde mit LED deutlich entgegengewirkt. Ortsbeauftragter Johannes Fröhlich führte das Gremium zu einigen Problempunkten in Sachen Straßenbeleuchtung. Das Thema werde den Rat zukünftig noch weiter beschäftigen, da in den nächsten Jahren die Beleuchtung im gesamten Markt Oberthulba im Rahmen der Fördermöglichkeiten auf LED umgestellt werden soll, so der Bürgermeister.

Zu Beginn der Sitzung präsentierte Matthias Kirchner vom gleichnamigen Planungsbüro für Bauwesen eine Sachstandsmitteilung zum "Bauabschnitt II - Hägholzer Rain" in Frankenbrunn. Schon bei den Vorprüfungen und in der Grundlagenermittlung sei man auf Probleme gestoßen, so Kirchner. Die weiterführenden Kanäle seien teilweise schadhaft, und es würden an mehreren Stellen "Flaschenhälse" auftreten.

So könne das neu zu planende Baugebiet nicht ohne Weiteres an das bestehende Mischwassernetz angeschlossen werden. Es sei aber möglich, mit einer kleinräumigen Erschließung zu beginnen und später die Resterschließung durchzuführen. Ein Vorschlag von Kirchner lautete, die Bauwerber zu sensibilisieren für Gründächer, Versickerungsmaßnahmen oder überdimensionierte Zisternen. Alexander Schlereth warnte davor, sich der Illusion hinzugeben, dass die Bauwerber neben den gestiegenen Baukosten Geld für diese Extramaßnahmen ausgeben würden.

Fünf könnten im Herbst 2022 beginnen

Variante 1 sah vor, fünf der 27 Bauplätze vorzeitig zu erschließen, Bauwerber könnte dann eventuell schon im Herbst 2022 mit dem Bauen beginnen. Für ein größeres Erschließungsgebiet müsste der nachfolgende Kanal auf einer Länge von rund 400 Meter saniert werden. Ohne eine Kostenrechnung angestellt zu haben und aufgrund von ähnliche Baustellen, schätzte Kirchner die Kosten hierfür auf rund 1,7 Millionen Euro - inklusive Straßenherstellung.

"Wir haben 40 Kilometer an Straßen und sollten zukünftig jedes Jahr einen Teil des Haushalts für die Sanierung hernehmen", brachte 2. Bürgermeister Jürgen Kolb dazu ein. Am Ende der Diskussion bestand Konsens, neues Bauland in Frankenbrunn zu erschließen. Das Büro Kirchner wurde mit der Erschließungsplanung beauftragt. Parallel dazu soll eine Kanalsanierung stattfinden, um die Anlieger in der Steinstraße zu schützen.

200 Euro pro Kampfhund

In Sachen Hundesteuer sei nicht die Höhe ausschlaggebend, sondern es gehe hier um eine formal korrekte Hundesteuersatzung, erläuterte Geschäftsführerin Nicole Wehner. Die zentralen Aktualisierungspunkte, wie das Halten von Kampfhunden, seien nunmehr in der amtlichen Mustersatzung umgesetzt. Bürgermeister Götz fand es unglücklich, dass man vor vier Wochen über die Hundekotbeutel-Stationen diskutiert habe, betonte aber, dass es nichts mit der Satzung zu tun habe. Hier ginge es um rechtsformales Handeln. Nach einhergehender Diskussion einigte sich das Gremium darauf, die Steuer für einen Kampfhund auf 200 Euro und für jeden weiteren auf 400 Euro festzusetzen.

Nachdem das Förderprogramm der Allianzen zur Revitalisierung der Alt- und Innenorte zum Ende des Jahres ausläuft, beschloss das Gremium die Fortführung für die nächsten drei Jahre. Die Verwaltungen der Allianzkommunen hatten im Vorfeld die bisherigen Förderkriterien überarbeitet und eventuelle Änderungswünsche unter den Kommunen besprochen. Wie bisher auch waren einige ortsspezifische Besonderheiten zu berücksichtigen.

Götz bat um Verständnis für die Absage der restlichen Bürgerversammlungen. Aufgrund der kleineren Räumlichkeiten wollte man kein unnötiges Risiko eingehen. Er verwies darauf, dass die Präsentation online gestellt sei. Er konnte sich einen Pressetermin vorstellen, bei dem die geplanten Aktionen zur Sprache kommen sollen. Einstimmig beschieden wurden die beiden Bauanträge: Neubau eines Einfamilienhauses mit zwei Stellplätzen in Hetzlos, Am Schwann und der Antrag auf isolierte Befreiung zur Errichtung einer Stützmauer mit Zaunanlage in Frankenbrunn, Am Hägholz.