Hinsichtlich der möglichen Anbindung von Lauenstein über das ehemalige Burgbräu-Areal an die B 85, fand am 8. Oktober eine Abstimmung mit der Regierung von Oberfranken statt. Diese befürwortet grundsätzlich die Weiterverfolgung von Variante sieben und stellt hierfür eine FAG-Förderung in Aussicht.

"Grundsätzlich ist", so Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD), "davon auszugehen, dass die Verlegung der Anbindung nur bei vollständiger Schließung der bisherigen Einmündung der Orlamünder Straße in die B 85 sinnvoll ist". Diese wäre allenfalls noch als Zufahrt zu den direkt anliegenden Grundstücken zu nutzen, nicht jedoch für den Verkehr aus und in den weiterführenden Ortsteil. Nach Einschätzung der Regierung handelt es sich bei der Anbindungsverlegung um die "Änderung einer höhengleichen Kreuzung". Die Kosten wären demnach vom Bund zumindest anteilig - geschätzt 70 Prozent - mit zu tragen. Sofern die Verkehrsbelastung der Ortsstraße an dem Knotenpunkt unter 20 Prozent im Verhältnis zur B 85 liegt, wären die Kosten sogar voll vom Bund zu tragen.

Kritik am "Dicht-Machen"

So richtig anfreunden konnte man sich im Gremium mit der Maßnahme nicht. Dabei wurde insbesondere das "Dicht-Machen" der bisherigen Anbindung kritisiert; habe man sich doch eine zusätzliche Alternative gewünscht. Martin Schmidt (CSU) regte an, die bisherige Anbindung zumindest als Einbahnstraße auswärts zu nutzen. Klaus Güntsch (SPD) könnte sich eine Einbahnstraße hinauf zum Wohngebiet vorstellen. "Wir bauen eine neue Straße und fahren auf eine Engstelle zu", gab er zu bedenken. In die gleiche Kerbe schlug Sebastian Dietz (CSU), der die Variante als suboptimal empfand.

Die Regierung wolle eine Komplettverbesserung nach dem Motto: "Wenn - dann ordentlich oder gar nicht". Gleichwohl müsse die die Lauensteiner Bevölkerung die Entscheidung treffen, weswegen man frühzeitig durch die Öffentlichkeitsbeteiligung in die Diskussion einsteige. Über das Bauleitverfahren werden alle eingebrachten Themen berücksichtigt.

Hermann Feuerpfeil (FW) fragte, ob ein Geh- bzw. Fahrradweg mit eingeplant sei. Dies habe man, so der Bürgermeister, noch nicht berücksichtigt. Grundsätzlich gehe es um die Frage, ob diese Anbindung gewünscht sei oder nicht. Aufgrund der hohen Förderung würden sich die Kosten für die Stadt im Rahmen halten. "Lauenstein ist uns das doch wert", bekundete er.

Da die Änderung eine grundlegende strukturelle Veränderung für den Ortsteil darstellt, war hierfür ein Bauleitverfahren erforderlich. Die Verwaltung wurde mit der Durchführung einer Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung beauftragt. Die Verkehrszählung zwecks Klärung der Verkehrsbelastung bzw. Kostenverteilung zwischen Stadt und Bund erfolgt erst nach einer getroffenen Grundsatzentscheidung, um nicht vorab viel Geld auszugeben - für eine Anbindung, die womöglich von der Bevölkerung nicht gewünscht werde.

Neues Stadtratsmitglied

Eingangs der Sitzung wurde Paul Pfeiffer (SPD) als neuer Stadtrat vereidigt. Er rückt für Michael Löffler nach dessen Tod nach. Pfeiffer war nach der Kommunalwahl 2020 nächster verfügbarer Listennachfolger der SPD. Auf Vorschlag der SPD wurden auch die freiwerdenden Ausschuss-Sitze neu besetzt. Mario Ziener rückt als Mitglied im Bau- und Hauptausschuss nach, während Pfeiffer als Vertreter fungiert. Zudem wird Pfeiffer Mitglied im Personalausschuss und Stellvertreter im Rechnungsprüfungsausschuss.

Um sich für Corona-Zeiten zu rüsten, schaffte das Deutsche Schiefermuseum Ludwigsstadt ein Gruppenführungssystem an, wodurch das Führungspersonal Gruppen auch mit Mindestabstand führen kann. Das System umfasst 50 Empfänger und zwei Sender, so dass zwei Gruppen parallel geführt werden können. Auf die Gesamtkosten von 14 502 Euro erhält man eine Förderung von 90 Prozent durch das Bundesprogramm "Neustart". Die Zusage liegt bereits vor. Eigenmittel von 1500 Euro übernimmt die Hermann-Söllner-Stiftung, so dass sich die Stadt finanziell nicht beteiligen muss. Aktuell ist das Museum aufgrund erheblicher Schäden am Dach erneut geschlossen. Die Baumaßnahmen erfolgen voraussichtlich bis Juni 2021.

Stadt verdoppelt Beteiligung

Aufgrund der aktuellen Situation und der stark angestiegenen Holzabfahrten sind die Wege in den Waldgebieten auf fast allen Gemarkungen von Ludwigsstadt stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Jagdgenossenschaften beantragten daher eine Verdoppelung der Beteiligung der Stadt an Wegebau- und Wegeunterhaltungsmaßnahmen einmalig für 2021 auf nunmehr 2 Euro pro Hektar jagdbarer Fläche. Aufgrund der jagdbaren Fläche von 4357 Hektar ergibt sich für die Stadt damit eine zusätzliche Beteiligung von 4.357 Euro. David Martin (CSU) regte an, diese Erhöhung auch für 2022 beizubehalten, da sich an der Situation so schnell nichts ändern werde. Dem kam man deshalb nach. Die Verdoppelung wurde gleich für beide Jahre beschlossen.