Vieles soll sich in der Stadt zum Besseren wenden. Einige Projekte sind bereits am Laufen, andere in der Pandemie notgedrungen liegen geblieben. Mit Bevölkerungsschwund hat Stadtsteinach allerdings nicht zu kämpfen, berichtete Bürgermeister Roland Wolfrum in der Bürgerversammlung. Die aktuell 3132 Einwohner bedeuten sogar ein geringfügiges Plus; auch die Geburtenrate ist gestiegen. Ebenso positiv ist die Entwicklung im Gewerbe.

Selbst in der Pandemie blieb Stadtsteinach für Besucher attraktiv. Die Zahl der Übernachtungen blieb mit 20 000 stabil, was vor allem dem Campingplatz zu verdanken war, den die neuen Pächter "ganz neu erfunden" haben, sagte Wolfrum. Auf der positiven Seite verbuchte der Bürgermeister auch den Umzug der BRK-Rettungswache ins Gewerbegebiet gleich neben der neuen Auffahrt zur Umgehungsstraße und den Beschluss des BRK-Kreisverbands, anstelle der bisherigen Rettungswache eine Akademie für Pflege neu zu bauen.

Wohin kommt die neue Kita?

Ebenso ist die Feuerwehr mit dem neuen Drehleiterfahrzeug und einem weiteren Stellplatz aufgerüstet worden. Mit einer ausgelagerten Kinderkrippe in einem der vormaligen Salem-Gebäude wurde der räumliche Engpass in der Kinderbetreuung vorerst entspannt; mit einem Neubau wird die Betreuung allerdings neu gelöst. Der Standort der Kita werde noch in diesem Jahr festgelegt, sagte Wolfrum zu. Laut Planer soll der neue Kindergarten sicher bis 2024 fertig sein. Annähernd abgeschlossen sind die Baumaßnahmen im Friedhof mit einem Vorplatz vor der Kapelle, neuen Wegen und einem Urnengräberfeld, berichtete der Bürgermeister. Auch die aufwendige Sanierung der Stadtmauer an der Knollenstraße liegt in den letzten Zügen. Die Neugestaltung des Geländes der ehemaligen Kappermühle wird im Frühjahr beginnen. Nach wie vor in Planung ist der Mehrgenerationenpark an der Partheimühle.

Das Jugendhaus mit einer öffentlichen Toilette hinter dem Rathaus ist fertig; wann es genutzt werden kann, liegt allerdings an den Vorgaben und Beschränkungen in der Corona-Pandemie. Acht neue Bauplätze werden an der Roßbachleite erschlossen; für ein angedachtes Mehrfamilienhaus dort konnte man allerdings keinen Investor finden. Momentan wird im Rathaus ein Leerstands- und Baulückenkataster erstellt, um weiteren Wohnraum in Stadtsteinach anbieten zu können. Für die Sanierung von privaten Gebäuden, für die es Zuschüsse gibt, entsteht derzeit eine Fibel mit Anregungen für eine Erneuerung des innerstädtischen Erscheinungsbilds.

Für eine generelle Umgestaltung der Stadt wird sich am 19. November (17 Uhr, Steinachtalhalle) ein Stadtentwicklungsforum gründen, in dem insbesondere auch die Bürger selbst mitwirken und ihre Ideen und Wünsche mit einbringen sollen. Probleme gibt es zurzeit mit der Generalsanierung der Schule, die im Genehmigungsverfahren steckengeblieben ist, da die Bezirksregierung Kapazitäten für die Bewältigung der Pandemie abstellen musste.

Allerdings konnten die alte Turnhalle bereits abgerissen und ein Soccercourt eingerichtet werden. Die Schule ist zudem bereits mit Glasfaser versorgt, ein Luxus, den Firmen im Gewerbegebiet auch dringend brauchen, stellte Wolfrum fest. Hier hoffe man auf weitere Ausbauprogramme seitens der Bundesregierung.

Lieferengpässe

Ebenso stockt die Sanierung der Kläranlage wegen Lieferengpässen. Problematisch ist es mit der weiteren Sanierung des Freibads: Die Auftragslage für die Bauwirtschaft ist gut; das ist allerdings schlecht für die Stadt, denn auch im zweiten Ausschreibungsverfahren hat der Stadtrat keinen Auftrag für die neue Photovoltaikanlage zur Erwärmung des Badewassers vergeben können, bedauerte Wolfrum. Nun hofft man, dass im dritten Ausschreibungsverfahren etwas erreicht werden kann. Deshalb wird die Badesaison 2022 wieder nicht im Mai gestartet werden können, "vielleicht aber irgendwann im Sommer".

Vorwärts geht es dagegen mit dem Bau der Wasserversorgung für die Stadtteile oberhalb des Steinbruchs. Dass sich dieser Bau wie auch die Sanierung der Kläranlage als Gemeinschaftsprojekt auf den künftigen Wasser- und Abwasserpreis auswirken wird, ist bereits kommuniziert, betonte Wolfrum.