Zu den Vorgängen im Schlachthof hat das Landratsamt Kulmbach am Dienstag eine umfangreiche Stellungnahme herausgegeben. "Die Bilder, die die ,Soko Tierschutz' gedreht und anschließend veröffentlicht hat, haben in der Öffentlichkeit einen tiefgreifend negativen Eindruck hinterlassen. Dies ist in hohem Maße verständlich. Soweit es um individuelle Verstöße einiger weniger Mitarbeiter geht, ist dies bereits Gegenstand staatsanwaltlicher Ermittlungen und aufsichtlicher Prüfungen", heißt es in dem Statement.

"Nicht zu tolerieren"

Wörtlich heißt es in der Stellungnahme: "Auch aus der Sicht des Veterinäramts beim Landratsam Kulmbach sind diese Verstöße nicht zu tolerieren und bedürfen einer Aufarbeitung. Dabei wurde nach bisherigem Kenntnisstand sowohl gegen die EU-Schlachtverordnung als auch gegen die internen Standardarbeitsanweisungen verstoßen."

Zugelassene Betäubungsart

Gleichwohl habe eine erste überschlägige Bewertung der von der "Soko Tierschutz" im Schlachthof Kulmbach aufgenommenen Bilder durch das Landratsamt bisher keine systematischen Verstöße im Schlachthofbetrieb erkennen lassen. "Es ist festzustellen, dass die scharf kritisierte CO2 -Betäubung der Schweine eine in der EU und in Deutschland zugelassene Betäubungsart darstellt."

Die Anwendung dieser Betäubungsmethode erfolge im Schlachthof nach erster Einschätzung rechtskonform, so das Landratsamt. Dies habe auch eine Kontrolle, die die Bayerische Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (KBLV) gemeinsam mit Vertretern des Veterinäramts des Landratsamts Kulmbach am Montag durchgeführt habe, bestätigt.

Die KBLV überprüft unter anderem das betriebliche Eigenkontrollsystem, das Tierschutzkonzept, das Vorliegen von Qualifikationsnachweisen von Mitarbeitern sowie die sogenannten Standardarbeitsanweisungen des Betriebs und deren sachgerechte Einhaltung.

Gleichzeitig ist das Landratsamt Kulmbach im Rahmen der sogenannten "rückübertragenen Aufgaben" zuständig für Überwachungsaufgaben am Schlachthof, die in kurzen Abständen durchzuführen sind. Darunter fällt sowohl die Überwachung der Einhaltung der tierschutzrechtlichen Vorschriften beim Treiben der Tiere, bei der Betäubung und der Schlachtung als auch die Fleischuntersuchung und die Hygieneüberwachung.

"Der hierfür beauftragte amtliche Tierarzt dokumentiert lückenlos die Abläufe im Schlachthof. Dabei konnten keinerlei Verstöße festgestellt werden", heit es vonseiten des Landratsamts. Und weiter: "Insbesondere ist Schlachthofleiter Dirk Grühn über all die Jahre stets eine außerordentlich gute und verantwortungsvolle Arbeit zu attestieren. Er hatte und hat dabei immer auch das Tierwohl entscheidend im Blick."

Zum Vorschlag von MdB Emmi Zeulner und Bürgermeister Frank Wilzok (beide CSU) äußert sich Landrat Klaus Peter Söllner (FW) in diesem Zusammenhang sehr positiv. "Wenn es gelänge, in Abstimmung mit der Bundeseinrichtung Max-Rubner-Institut und vielleicht sogar mit der Universität Bayreuth ein Modellprojekt zu entwickeln und gleichzeitig benachbarte Standorte für ein gemeinsames Projekt in Kulmbach zu gewinnen, wäre dies für die gesamte Region eine optimale Lösung", so die Pressemitteilung abschließend. red