Der Bayerische Heilbäder-Verband (BHV) hat die Bayerische Staatsregierung aufgefordert, die bayerischen Heilbäder und Kurorte finanziell stärker zu fördern. "Wir möchten eine Anhebung der Investitionspauschale um fünf Millionen Euro. Der Betrag soll auf die hochprädikatisierten Kurorte und Heilbäder verteilt werden. Sie brauchen das Geld, um in Qualität und Infrastruktur zu investieren", sagte der Vorsitzende des BHV Klaus Holetschek zum Abschluss des 72. Bayerischen Heilbädertages in Bad Reichenhall.

Der CSU-Landtagsabgeordnete wurde auf der zweitägigen Veranstaltung für weitere drei Jahre zum Vorsitzenden des Bayerischen Heilbäder-Verbandes gewählt. Auch sein Stellvertreter, der Bad Füssinger Bürgermeister Alois Brundobler wurde in seinem Amt bestätigt.

Neben den Wahlen der Vorstandschaft standen auch die Wahlen der einzelnen Ausschüsse auf dem Programm. Bad Kissingens Kurdirektorin Sylvie Thormann wurde in den Marketing-Ausschuss gewählt. "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit im Marketing-Ausschuss und darauf, Bad Kissingen dort gut vertreten zu können. In der nächsten Zeit werden viele innovative Projekte angestoßen, beispielweise im Bereich der Künstlichen Intelligenz oder des Betrieblichen Gesundheitsmanagements. Auch die Fortführung des Markenprozesses Gesundes Bayern ist ein wichtiges Thema", sagt Sylvie Thormann, Kurdirektorin und Geschäftsführerin der Bayer. Staatsbad Bad Kissingen GmbH.

Finanzieller Ausgleich nötig

Holetschek betonte, dass die Heilbäder und Kurorte nur wettbewerbsfähig bleiben könnten, wenn sie einen finanziellen Ausgleich für ihre Sonderlasten erhalten. Angesichts knapper Haushaltslagen könnten dringend notwendige Investitionen nicht durch Fremdenverkehrs- und Kurbeiträge gedeckt werden. "Hochprädikatisierte Kurorte und Heilbäder müssen mehr in ihre Infrastruktur investieren als herkömmliche Kommunen", so Holetschek. "So etwa in Kurhäuser, Kurgärtnereien und Freizeiteinrichtungen. Wir dürfen nicht vergessen, dass viele Investitionen auch Voraussetzung für die Prädikatisierung sind." Er verwies auf den Kommunalrechts-Experten und früheren Präsidenten der Hochschule für den Öffentlichen Dienst, Dr. Hermann Büchner. Er vertritt die Auffassung, dass die Aufgaben, die von den Heilbädern und Kurorten im Rahmen ihrer staatlichen Anerkennung zu erfüllen sind, zu den Pflichtaufgaben zählen müssen. Er begründet dies mit dem Inhalt der Anerkennungsverordnung. Danach sind die Gemeinden nach Verleihung des Prädikats weiterhin zur Erfüllung der Voraussetzungen verpflichtet.

Die Staatsregierung unterstütze die Heilbäder und Kurorte mit Förderprogrammen bereits sehr gut, so Holetschek weiter. Er zeigte sich zuversichtlich, dass man sich mit der Staatsregierung einigen werde. "Im Koalitionsvertrag zwischen CSU und Freien Wählern sind die Heilbäder und Kurorte ausdrücklich erwähnt. " Heilbäder und Kurorte seien mit einer Bruttowertschöpfung von 4,5 Milliarden Euro und 100 000 Arbeitsplätzen im ländlichen Raum ein starker Pfeiler des Tourismus und der Gesundheitswirtschaft. In nächster Zeit will der BHV das Thema "Ganzheitliche Medizin mit den Kräften der Natur" mehr in den Focus rücken. Auch für Berufsgruppen wie die Physiotherapeuten will sich der Verband stark machen. Das Thema Prävention bleibt für den Heilbäder-Verband ganz oben auf der Tagesordnung. Auf dem Heilbädertag diskutierten die rund 100 Vertreter aus den Heilbädern und Kurorten darüber mit Vertretern des Bayerischen Gesundheitsministeriums, der AOK Bayern und der Landesvertretung Bayern des vdek. red