von unserem Redaktionsmitglied Petra Mayer

Bamberg — "Denn wahrhaft steckt die Kunst in der Natur", sagte Albrecht Dürer einmal. Und trifft den Nagel auf den Kopf, wenn am kommenden Sonntag fünf Franken ihre Werke in Bambergs grüner Oase ausstellen: Beim "Kunstpavillon", der im vergangenen Jahr erstmals über 1500 Besucher anzog. Wobei Interessenten zum zehnjährigen Bestehen keineswegs nur aus dem fränkischen Raum, sondern der ganzen Republik kamen, wie Sabrina Catowiez als Organisatorin der veranstaltenden Künstlergruppe Monopteros berichtete.

In Kontakt treten

Fünf Pavillons werden inmitten der Natur zur Galerie: Neben Sabrina Catowiez, Thomas Johann Dennerlein und Hans Günter Ludwig von der Künstlergruppe Monopteros stellen am 3. August Anna Bien und Sven Weihreter aus. Lustzuwandeln gilt es von historischem Ort zu historischem Ort, um in ihre Welten einzutauchen. So freuen sich die Protagonisten darauf, Besucher in ihren Schaffensprozess blicken zu lassen und sich mit ihnen auszutauschen.
"Mit der Natur kann man wunderbar arbeiten. Sie ist eine Galerie, in der sich Menschen offener begegnen als in anderen Ausstellungsräumen", meint Sabrina Catowiez. Sie präsentiert am "Hölzernen Pavillon" ihren zweiten Kunstkubus: "Ein multiples Werk aus neun Holzwürfeln, das die Geschichte des Turms als Symbol und Zentrum menschlicher Lebensarchitektur beleuchtet." Darüber hinaus werden neue Arbeiten der Bambergerin in Acryl- und Collagentechnik zu sehen sein, die "Lebensstrukturen und die Vereinbarkeit des menschlichen Daseins mit dem natürlichen Raum im 21. Jahrhundert" thematisieren.
Anna Bien beteiligt sich erstmals am "Kunstpavillon". In Nürnberg fand die Südkoreanerin, die in der Frankenmetropole Malerei studierte, schon in den 80er-Jahren eine zweite Heimat. Die Auseinandersetzung mit der Kunst der westlichen Moderne suchte Anna Bien, nachdem sie sich zuvor an der Hanyang University von Seoul mit ostasiatischer Malerei befasste. Mit einem Skulpturenensemble erwartet die Künstlerin Interessenten am "Ruhetempel": Und widmet sich - wie Dürer im 16. und Beuys im 20. Jahrhundert - dem Hasen, der in den Mittelpunkt ihrer Rauminstallation rückt.

Der tiefere Sinn

Am "Musikpavillon" präsentiert der zweite Gast der Künstlergruppe Monopteros aktuelle Arbeiten: Sven Weihreter. Fragezeichen malt der Nürnberger "in die sogenannte Realität": Ein Querdenker, der Menschen anregt, zwischen den Zeilen zu lesen. Ja, nach der tieferen Bedeutung von Nebensächlichkeiten und Alltäglichkeiten zu suchen, die einem auf den ersten Blick vielleicht entgeht. Ein Ansatz, der am Sonntag sicher auch den einen oder anderen Besucher zum Philosophieren anregt.
Hans Günter Ludwig ließ sich wieder von Literaten inspirierten: Franz Kafka, Hermann Hesse, Christian Morgenstern und E.T.A. Hoffmann. Unter dem Titel "Bebilderte Poesie" zeigt der Bamberger Maler und Grafiker am "Roten Pavillon" (Monopteros) Scherenschnitte, Arbeiten, die mit Ölkreide, Farb- und Bleistiften entstanden.

"Spannende Kunst"

Wandern wir weiter zum "Steinernen Pavillon", an dem zuletzt noch Thomas Johann Dennerlein Kunstinteressenten erwartet. Abstrakte Bildwerke mit Verknüpfungen aus Fäden, Wolle und Schnüren stellt er unter dem Stichwort "Edition Verspannungen" aus. Das sensible Gleichgewicht in der Welt rückt der Bamberger über dererlei Zusammenhänge in den Blickpunkt. Mehr darüber aber am Sonntag ab 10 Uhr.