Eine Perspektive für eine sichere Öffnung von Handel, Gastronomie und Dienstleistungen in Stadt und Landkreis Kulmbach fordert Michael Pfitzner, Vorsitzender der CSU-Fraktion im Kulmbacher Stadtrat. In einem offenen Brief wendet sich Pfitzner mit der Forderung nach Einführung der Luca-App an Landrat Klaus Peter Söllner (FW) und OB Ingo Lehmann (SPD). Unterzeichnet ist der Brief auch von Zweitem Bürgermeister Frank Wilzok, dem stellvertretenden Landrat Jörg Kunstmann sowie allen CSU-Bürgermeistern im Landkreis Kulmbach.

Pfitzner geht zunächst darauf ein, dass nach fünf Monaten ohne Fans 777 Fußballbegeisterte des Drittligisten Hansa Rostock den Erfolg ihrer Mannschaft gegen Halle am vergangenen Wochenende miterleben konnten. Dies sei möglich gewesen, weil Rostock mit einem Inzidenzwert von knapp 23 herausragende Werte hat.

Pfitzner zitiert dann Rostocks OB Claus Ruhe Madsen:: "Nur wenn wir im Falle einer Infektion mit SARS CoV-2 schnell und umfassend unsere Kontakte weitergeben, können wir die Ausbreitung des Virus wirksam stoppen. Dabei hilft uns in Rostock seit einiger Zeit die Luca- App."

Und er schreibt weiter: "Kulmbach befindet sich leider zur Zeit am anderen Ende der Inzidenzskala. Wir alle hoffen, dass sich dieser Zustand absehbar ändert und wir wissen, dass sowohl die politisch Verantwortlichen als auch die vielen Mitarbeiter der betroffenen Behörden und erst recht die vielen ehrenamtlichen Helfer ihr Möglichstes tun, absehbar niedrige Werte zu erreichen.

Unter anderem leiden der Einzelhandel, die Gastronomie und die Kunstschaffenden in Stadt und Landkreis Kulmbach unter den Schließungen und wir alle können nur hoffen, dass möglichst bald wieder Kunden deren Dienstleistungen in Anspruch nehmen können."

Natürlich wisse man, so der Fraktionsvorsitzende, dass niedrige Inzidenzwerte auch zufällig entstehen können, "allerdings meinen wir auch, dass nichts unversucht bleiben darf, um in unserer schönen Stadt und in den Gemeinden des Kulmbacher Landes wieder ein einigermaßen geselliges Leben zu ermöglichen".

Und er wird konkret: "Lieber Klaus, lieber Ingo, wir bitten euch sehr herzlich, möglichst schnell eine Kampagne für die Luca-App auch in Kulmbach zu starten. Diese ist kostenlos auf Android- und iOS-Basis verfügbar und ermöglicht eine schnelle, lückenlose und zeitsparende Kontaktnachverfolgung. Es müssen keine Listen geführt werden. Der Nutzer meldet sich über einen QR-Code im Einzelhandelsgeschäft, im Restaurant oder auch bei kulturellen Veranstaltungen sowie bei Nutzung der Freizeiteinrichtungen an.

Durch den lokalen Bezug auf Kulmbach wird eine höhere Identifikation erreicht. Dadurch kann man davon ausgehen, dass die Nutzer ein eventuell positives Testergebnis konsequenter und zuverlässiger melden als bei Benutzung der Corona-App. Natürlich kann die Nutzung der Luca-App für alle Nutzer nur auf freiwilliger Basis erfolgen. Allerdings muss die Kampagne bewusst machen, dass wir durch den Gebrauch alle dazu beitragen können, langfristig weiter Lockdowns oder Einschränkungen zu verhindern. Wer kein Smartphone benutzen kann oder will, kann mit Hilfe eines Schlüsselanhängers mit dem QR-Code entsprechende Datensätze anlegen."

Und Pfitzner schließt: "Wir meinen, dass durch die Nutzung der Luca-App-Kulmbach eine hohe Identifikation bei unserer Bevölkerung erreicht werden kann. Wie OB Claus Ruhe Madsen es zusammenfasst: ,Mit der App auf dem Smartphone sind wir alle Gesundheitsamt!' Bitte gebt auch ihr als ,politische Köpfe' von Stadt und Landkreis der App die notwendige Durchschlagskraft." red