Die Arbeiten am Gemeindezentrum "Zur Tanne" gehen dem Ende entgegen. In Harsdorf ist die Vorfreude auf das Ergebnis der energetischen Sanierung und der Revitalisierung des ehemaligen Bräuhauses groß, handelt es sich doch immerhin um eine Investition von 1,5 Millionen Euro. Doch jetzt wurden Bürgermeister Günther Hübner (CSU) und der Gemeinderat mit der Kündigung der Pächter der Gaststätte konfrontiert. Bis zum 1. Juli will die Gemeinde Harsdorf den Pächterwechsel vollzogen haben.

Wie Bürgermeister Günther Hübner bei einem Pressegespräch erläuterte, konnten die reinen Bauarbeiten noch 2018 abgeschlossen werden. "Jetzt geht es nur noch um die Renovierung des Saales und um die Ausstattung des Bräuhauses. Das wird sicherlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen, vor allem deshalb, weil wir für den Bräuraum auf der Suche nach altem Inventar sind."

Sicher zügiger werde die Einrichtung des Harsdorfer Bücherregals im Dachgeschoss vonstatten gehen.

Hübner hat eine klare Zeitvorstellung: "Die Einweihung soll im September stattfinden, aber ob bis dann die komplette Einrichtung fertig ist, kann ich noch nicht sagen."

Die Revitalisierung des Bräuhauses war laut Bürgermeister ein ausgesprochener Glücksfall. Eigentlich sei es zunächst lediglich um einen Behindertenparkplatz gegangen. Der Grundstückseigentümer habe dann das daraufstehende Gebäude, eben das frühere Bräuhaus, gleich mit angeboten. "Das haben wir auch nicht wegreißen wollen, weil es den Hofcharakter zwischen Gasthaus und Bräuhaus betont."

Entscheidend für die Verwirklichung der Maßnahme sei schließlich die Förderung über das Amt für Ländliche Entwicklung gewesen.

Ganz überrascht hat Hübner die Kündigung des Pächterehepaares nicht. "Das Ehepaar ist schon sehr lange hier und auch schon im Rentenalter", sagte er. Dass die Kündigung jetzt vor der Einweihung komme, mache es für die Kommune natürlich etwas schwieriger, "aber auch das werden wir hoffentlich hinbekommen".

Man suche jetzt einen neuen Pächter für die Gaststätte samt Saal, Wohnung und künftig auch Biergarten. Mit der Gründung eines Vereins solle Leben in das künftige Bräuhaus kommen. "Mitglieder können sich den Bräuraum für ein paar Tage mieten und einen Haustrunk herstellen. Dabei wird es nicht um große Mengen gehen, sondern darum, das Handwerk des Bierbrauens aufrechtzuerhalten."

Derzeit ist die Gemeinde Harsdorf dabei, entsprechende Gegenstände für die Einrichtung aufzutreiben. "Vielleicht hat ja auch der eine oder andere noch was zu Hause, was für den Bräuraum passt", hofft der Bürgermeister.