Es ist ein schmuckes Gotteshaus , das auf dem Eichsberg in Wilhelmsthal auf Besuch wartet. Die stolz über dem Bergdorf thronende Pfarrkirche wird derzeit aufwendig saniert. Bei einem Vor-Ort-Termin überzeugten sich Kirchenpfleger Bernd Peter sowie die Architekten Peter Kropf und Sandro Selig von den derzeit gut voranschreitenden Baumaßnahmen , die mit großen Herausforderungen verbunden sind.

Aus dem Jahr 1905

„Die letzte große Sanierung war in den Jahren 2001 bis 2003“, erklärte Kirchenpfleger Bernd Peter. Nachdem das Gotteshaus am 19. September 1905 von Erzbischof Friedrich Philipp von Abert feierlich eingeweiht worden war, konnten die Gläubigen 2005 das 100. Kirchweihfest feiern. Auf Wunsch des damaligen Pfarrers Herbert Fischer , der Kirchenverwaltung und der Pfarrgemeinde Sankt Josef sollte das in die Jahre gekommene Bauwerk zum großen Jubiläum in seiner ursprünglichen Pracht wieder erstrahlen, weswegen im Vorfeld eine umfassende Sanierung stattfand. Nunmehr – fast 20 Jahre später – machten starke Beschädigungen weitere Maßnahmen dringend erforderlich. Diese betreffen insbesondere die Außenfassade, weswegen die Kirche derzeit auch eingerüstet ist, wie auch Teilbereiche im Kircheninneren.

Schäden an Fenstern

„Die Außenfassade ist durch Frost- und Witterungsschäden stark in Mitleidenschaft gezogen“, verdeutlichte Architekt Peter Kropf. Auch einige Fenster weisen zum Teil deutliche Ausbrüche an den Fenstergewänden auf. Die Kirche erhält einen neuen Anstrich im bisherigen Farbton, ein abgetöntes Weiß. Im Innenbereich erfolgen vor allem Energiesparmaßnahmen wie die Umstellung auf LED, worauf man auch im Außenbereich setzt. Hinzu kommen weitere Maßnahmen, etwa der Austausch der Heizungspumpe, worauf man beim Durchchecken der Heizungsanlage gestoßen war.

Insgesamt bewegen sich die Kosten in einem Volumen von rund 460 000 Euro, wobei die Außenfassade mit rund 300 000 Euro zu Buche schlägt. Dankenswerterweise gewährt das Erzbischöfliche Ordinariat in Bamberg einen Zuschuss in Höhe von 65 Prozent (etwa 300 000 Euro); rund 16 000 Euro steuert die Gemeinde Wilhelmsthal bei. Die übrigen 30 Prozent der Kosten, circa 145 000 Euro, trägt die Pfarrei.

Nachdem die Kirchenstiftung über eine Rücklage von 50 000 Euro verfügt, müssen demzufolge noch rund 100 000 Euro über ein Darlehen selbst aufgebracht werden. „Das ist für uns ein enormer Kraftakt“, betont der Kirchenpfleger, insbesondere vor dem Hintergrund, dass coronabedingt Einnahmen wie aus dem Sommerfest oder Weihnachtsmarkt fehlten und die Baupreise stark angestiegen seien. Deswegen sei man für Spenden seitens der Bevölkerung sehr dankbar.

„Die Preise sind konjunkturbedingt regelrecht explodiert, und zwar für jedes Gewerk“, ergänzt Peter Kropf. Dazu gab es mehrmalige Unterbrechungen beim Gerüstbauer aufgrund von Corona-Fällen unter den Mitarbeitern. Auch der lange Winter und starke Regenfälle haben die Arbeiten erschwert und verzögert. Insgesamt sei die Maßnahme mit großen Herausforderungen verbunden, jedoch trotz der ungünstigen Rahmenbedingungen überfällig, betont der Architekt.

Was passiert mit der Nordseite?

Die Maßnahmen betreffen aktuell die West- sowie Süd- und Ostseite der Außenfassade, wo die Schäden am gravierendsten sind. Ob man die ursprünglich ebenfalls mit vorgesehene Nordseite auch angeht, steht noch nicht fest. „Wir entscheiden darüber, wenn die anderen Arbeiten abgeschlossen sind, voraussichtlich Ende August“, informierte der Kirchenpfleger. Natürlich würde es Sinn machen, die restliche Seite gleich mit anzugehen, zumal das Gerüst bereits steht. Die Entscheidung darüber sei jedoch von verschiedenen Faktoren abhängig, so dass man hierüber noch nicht Auskunft geben könne.

Bereits erneuert wurde die Uhren- und Glockensteuerung der Kirche .

Sehr erfreut vom Baufortschritt zeigte sich Architekt Sandro Selig von der Bauabteilung des Erzbischöflichen Ordinariats Bamberg, der allen Verantwortlichen und Beteiligten Lob zollte.